Das Team hinter den Monforter Zwischentönen. Foto: Magdalena Tuertscher

Das Team hinter den Monforter Zwischentönen. Foto: Magdalena Tuertscher

Wenn das Publikum für die Zwischentöne sorgt

Bei den Monforter Zwischentönen darf das Publikum im Konzert darüber entscheiden, was es hört. Zugegeben: Neu ist das nicht. Aber im Zeitalter des Demokratieschwundes ist es eine gute Erinnerung an den Wert der Gewaltenteilung.

Mittlerweile im dritten Jahr präsentieren sich die „Montforter Zwischentöne" 2017 in Feldkirch erneut als Ort der Begegnung der Künste. Die erste von drei Runden findet vom 24. bis 26. Februar 2017 unter dem Motto „entscheiden! – Im Ungewissen wählen..." statt. Diese siebte Ausgabe bietet ein vielfältiges Programm, das sich in namhaft besetzten Konzerten und ungewöhnlichen Formaten mit Entscheidungsprozessen – seien es intuitive Bauchentscheidungen oder kognitive Überlegungen – auseinandersetzt. Zu den musikalischen Höhepunkten zählen das „Wunschkonzert!", der Konzertdramaturgiewettbewerb HUGO und das 40-jährige Jubiläum des Landeskonservatoriums.

„Bei den kommenden Zwischentönen zeigen wir unterschiedliche Kompetenzen in überraschenden Kombinationen, so kann an zwei Konzertabenden das Publikum unter fachkundiger Begleitung selbst „Entscheidungen" treffen und das Programm des Abends gestalten", so die Künstlerischen Leiter der „Montforter Zwischentöne" Hans-Joachim Gögl und Folkert Uhde.

„Wunschkonzert!" mit dem Atrium String Quartet – 24. Februar

Ein Format, ganz der Ausrichtung der Zwischentöne folgend, ist das „Wunschkonzert!" am 24. Februar. Dort stellt das Atrium String Quartet Themen, verborgene Strukturen und Lieblingsstellen aus vier Streichquartetten vor. Primarius Sergey Malov und Moderator Michael Löbl diskutieren über die Hintergründe und Qualität der gerade gehörten Stücke. Das Publikum wird aktiv in den Abend einbezogen und entscheidet live im Saal, welches Werk am Ende des Abends komplett gespielt wird. Kommentiert wird das Geschehen von Matthias Sutter, ein Wissenschaftler, der sich mit der Erforschung des Verhaltens von Menschen bei Entscheidungen beschäftigt und die Entscheidungen im Konzertabend erklärt.

3. Konzertdramaturgiewettbewerb HUGO – Entscheidung am 3. Februar

Ein Höhepunkt ist auch in diesem Jahr der Konzertdramaturgiewettbewerb HUGO, bei dem Studierende von vier Hochschulen aus den drei deutschsprachigen Ländern gegeneinander in Wettkampf treten. Besonders erfreulich ist, dass neben dem Vorarlberger Landeskonservatorium, der Universität Mozarteum Salzburg und der Musikhochschule Nürnberg mit der Hochschule für Musik Basel erstmals eine Schweizer Ausbildungsstätte vertreten ist. Benannt ist der Preis nach dem Minnesänger Hugo von Montfort (1357–1423), dem ersten Musiker aus Vorarlberg, dessen Werk heute noch bekannt ist. Ziel des Wettbewerbs ist es, Studierenden eine intensive Auseinandersetzung mit neuen Konzert-Dramaturgien zu ermöglichen und damit eine lebendige, offene Debatte, spannendes Teamwork, Inspiration und einen schöpferischen Prozess zum Thema zu entfalten. Am 3. Februar hat jedes Team 30 Minuten Zeit, sein Konzept möglichst anschaulich vor Publikum und Jury zu präsentieren. Das Siegerteam gewinnt die Uraufführung seiner Idee im kommenden Sommer-Programm der „Zwischentöne" zum Thema „Träumen".

Jubiläumskonzert Vorarlberger Landeskonservatorium – 25. Februar

Ein Jubiläumskonzert der besonderen Art findet am 25. Februar statt: Lehrende und Studierende, Chöre, Ensembles, Bands und Solisten gratulieren ihrem Vorarlberger Landeskonservatorium mit einem Mosaik aus Darbietungen im ganzen Haus zum 40-jährigen Bestehen. Jede Besucherin, jeder Besucher kann selbst über Reihenfolge und Programm im Laufe des Abends entscheiden.

Konzert mit dem herausragenden Sinfonischen Blasorchester Vorarlberg – 26. Februar

Den Schlusspunkt der „Montforter Zwischentöne" bildet ein moderiertes Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Vorarlberg über die Qual der Wahl. Untaer der Leitung von Thomas Ludescher präsentiert es großartige, „fragwürdige" und kuriose Marsch-Musiken in die richtige und falsche Richtung. Zum großen Finale erklingt der letzte Satz aus Schostakowitschs 8. Sinfonie.

Bereits zum Auftakt am 3. Februar geben die beiden Kuratoren Hans-Joachim Gögl und Folkert Uhde beim traditionellen „Gruß aus der Küche" Auskunft über das Programm.