Animierte Darstellung des Großen Saals in der Elbphilharmonie. Bild: Herzog & de Meuron

Animierte Darstellung des Großen Saals in der Elbphilharmonie. Bild: Herzog & de Meuron

Wenn Visionen für alle sichtbar werden

Knapp zehn Jahre nach der Grundsteinlegung wird es im Januar mit der Eröffnung der Elbphilharmonie wohl wirklich klappen. Neben dem großen Saal, der spannende Perspektiven verspricht, gibt es auch zwei kleine Säle.

Na gut. Es ist ein bisschen (etwa zehnmal) teurer geworden, als gedacht. Aber das werden die Kölner mit ihrer Oper schon noch überbieten. Ansonsten aber ist die Elphilharmonie der Beweis dafür, dass sich ambitionierteste Konzertsäle für klassische Musik auch im Europa des 21. Jahrhunderts noch bauen lassen - und nicht nur im (nur noch) geografisch weit entfernten Asien.

2100 Plätze wird der große Saal in Hamburg haben. Aber es gibt auch zwei kleinere Säle, die in den Jubelchören für die Größe des neuen Objekts manchmal untergehen: Der kleine Saal hat 550 Plätze. Und dann gibt es noch das Kaistudio, das rund 170 Gäste beherbergen kann.

Macht in der Summe also drei Konzertsäle und darin enthalten - andere Großstädte werden neidsch - sogar zwei topmoderne Kammermusiksäle - die freilich auch für andere Anlässe genutzt werden können. Auch die Idee, das Gebäude nicht zum Tempel zu machen, der außerhalb der Feierlichkeiten abgeriegelt ist, dürfte dazu beitragen, die Elbphilharmonie zu einem gelebten Teil Hamburgs zu machen. In 37 Metern Höhe gibt einen freu zugänglichen Platz, zudem sind ein Hotel und 45 Wohnungen integriert - letztere sind als Eigentum nur gegen siebenstellige Summen zugänglich, wie kolportiert wird.

Vergessen sind die Probleme mit der Statik des Konzertsaals und seiner Decke. Die Abnahme des Saals und die Abnahme des gesamten Baus stehen zwar noch aus, derzeit sieht es aber so aus, als könnte der Eröffnungstermin am 11. Januar 2017 gehalten werden - also knapp zehn Jahre nach der Grundsteinlegung.