Die Preisträger des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds mit Irene Schulte-Hillen und Banker Rolf Breuer. Foto: David Ausserhofer

Die Preisträger des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds mit Irene Schulte-Hillen und Banker Rolf Breuer. Foto: David Ausserhofer

Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds

Zum silbernen Jubiläum seines Wettbewerbs für junge Streicher konnte der Deutsche Musikinstrumentenfonds abermals seinen Bestand auf nunmehr 200 Instrumente erweitern.

Der Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds feierte sein Silberjubiläum am letzten Februarwochenende im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe mit 55 jungen Musikern im Alter von 12 bis 28 Jahren, die aus ganz Deutschland anreisten und um die Meisterinstrumente aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds oder die Verlängerung ihrer Leihfristen spielten.

Heutige Stars wie der Cellist Nicolas Altstaedt, oder die Geigerinnen Veronika Eberle, Julia Fischer und viele andere haben sich in jungen Jahren hier ein Spitzeninstrument erspielt, nun folgt ihnen die neue Generation aufstrebender Streicher. Nicht nur das Niveau, auch die Bewerbermenge und zum Glück auch die Zahl der Instrumente im Fonds, nimmt Jahr für Jahr zu. Nach dem Anfangsbestand von 16 Instrumenten wurde zum 25. Wettbewerb das 200. Instrument als Treugabe aus Privatbesitz in den Fonds eingegeben – ein Violoncello des Meisters Joseph Guarneri, Cremona 1715.

Neuentdeckung des Wettbewerbs war der erst 13-jährige Jakow Pavlenko aus Oldenburg, der die Jury – mit den Hochschulprofessoren Wolfgang Boettcher (Violoncello, Berlin), Latica Honda-Rosenberg (Violine, Berlin), Heime Müller (Violine, Lübeck), Volker Jacobsen (Viola, Hannover) und Troels Svane (Violoncello, Lübeck) besetzt – und das Publikum im Wertungsspiel wie beim Preisträgerkonzert zu Begeisterungsstürmen hinriss und nun eine klangstarke Violine von Stefano Scarampella, Mantua 1905, spielen darf.

Drei Tage lang zeigten die jungen Bewerber ihr Können in öffentlichen Wertungsspielen, 20 von ihnen konnten sich über die Verlängerung ihrer Leihfristen für bereits erspielte Instrumente aus dem Fonds freuen, darunter mit Höchstpunktzahl bewertet die georgische Geigerin Veriko Tchumburidze (20) aus München. Sie erspielte sich im letzten Jahr eine Violine von Giambattista Guadagnini und gewann damit auf Anhieb den bedeutenden Internationalen Henryk Wieniawski Violinwettbewerb 2016.

Irene Schulte-Hillen, Präsidentin der Deutschen Stiftung Musikleben, hat alle 25 Wettbewerbe maßgeblich gestaltet und sagt begeistert: „Zu sehen, was für eine Entwicklung diese jungen Begabungen mit einem angemessenen Instrument machen, zeigt mir immer wieder, wie sinnvoll dieses gemeinsam mit der Bundesregierung gegründete Projekt ist. Das Engagement unserer privaten Treugeber, Freunde und Förderer der Stiftung macht mich dankbar und ich freue mich über die vielen jungen Ausnahmemusiker, die wir in diesem Jahr hier erlebt haben und nun auf ihrem weiteren Weg begleiten werden.“

Das Preisträgerkonzert vor 250 geladenen Gästen wurde aufgezeichnet und kann im Deutschlandfunk am 23. April 2017 um 21.05 Uhr als „Konzertdokument der Woche“ nachgehört werden.

Der Deutsche Musikinstrumentenfonds ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Stiftung Musikleben und der Bundesrepublik Deutschland. Der Fonds wurde 1993 zur Förderung hochbegabter Nachwuchsstreicher ins Leben gerufen. Der Anfangsbestand von 16 Instrumenten, vorrangig aus Bundesbesitz, ist mittlerweile zu einer Sammlung von 200 klangstarken Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen angewachsen, die zu mehr als der Hälfte aus Treugaben meist aus Familienbesitz besteht. Der Fonds umfasst sowohl historische Meisterstücke von Stradivari, Guarneri, Guadagnini oder Gagliano als auch moderne Instrumente europäischer Meisterwerkstätten, die als Auftragsarbeiten der Stiftung hergestellt wurden. Die Musiker erhalten die Instrumente leihweise zunächst für ein Jahr, bei besonderer Leistung für zwei Jahre. Sie können diesen Zeitraum aber mit weiteren erfolgreichen Vorspielen bis zum Erreichen des 30. Lebensjahrs verlängern oder sich ein noch hochwertigeres Instrument erspielen.

Die Deutsche Stiftung Musikleben widmet sich seit 1962 der bundesweiten Förderung des musikalischen Spitzennachwuchses. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten betreut die Stiftung derzeit rund 300 Stipendiaten zwischen 12 und 30 Jahren individuell und langfristig. Neben dem „Deutschen Musikinstrumentenfonds“ als einzigartigem Instrument der Hochbegabtenförderung bietet die Stiftung ihren „Rising Stars“ in der Konzertreihe „Foyer junger Künstler“ vielfältige Auftrittsmöglichkeiten. Darüber hinaus unterhält die Stiftung enge Verbindungen zu verschieden Sommerfestivals, zu denen sie weit fortgeschrittene Stipendiaten entsendet. Abgerundet wird das Förderkonzept durch Sonderpreise und Stipendien, von der Auszeichnung bei Wettbewerben über das Carl-Heinz Illies-Stipendium für junge Pianisten bis zum Gerd Bucerius-Stipendium für ein Studium an einer der großen Musikhochschulen der Welt. Über Patenschaften geben besonders engagierte Förderer ausgewählten Stipendiaten finanzielle Unterstützung für deren musikalischen Werdegang. Die gemeinnützige Stiftung wird ehrenamtlich geleitet, seit 1992 von Irene Schulte-Hillen, und bestreitet ihr umfangreiches Förderprogramm unter dem Motto „KÖNNER BRAUCHEN GÖNNER“ fast ausschließlich durch Zuwendungen ihrer Freunde und Förderer, die sich mit ehrenamtlichem Einsatz, Spenden und Zustiftungen, mit Künstlerpatenschaften oder Instrumententreugaben engagieren.