Nico Dostals Prinzessin Nofretete in Leipzig. Foto: Kirsten Nijhof

Nico Dostals Prinzessin Nofretete in Leipzig. Foto: Kirsten Nijhof

Wiederentdeckung von Nico Dostal

"Dostals Ägypten-Operette ist nicht nur ein Vergnügen für Hobbyarchäologen, sondern vor allem für Freunde großer Ausstattung, skurrilem Humor, schmissiger Melodien und ausgesprochen ägyptischen Tanzeinlagen", wirbt die Komödie Leipzig.

Nach nunmehr 80 Jahren präsentiert die Musikalische Komödie am kommenden Samstag mit Nico Dostals Operette »Prinzessin Nofretete« dem Piblikum eine Wiederentdeckung. Das lange verschollen geglaubte Werk wurde 1936 am Kölner Opernhaus zuletzt gespielt und verschwand unter der Terrorherrschaft des Nationalsozialismus von den Spielplänen und aus den Archiven. Geschickte musikalische Archäologen haben das Notenmaterial Stück für Stück zusammengesetzt, so dass die Operette jetzt wieder spielbar ist.

Nico Dostals Operetten zeichnen sich aus durch ihre reiche Instrumentation und Klangsinnlichkeit in Verbindung mit den Rhythmen der 20er und 30er Jahre. Schillernde Frauenfiguren stehen bei ihm im Mittelpunkt der Werke des Operetten- und Filmkomponisten. Der besondere Reiz von »Prinzessin Nofretete« liegt in dem für eine Operette etwas ungewöhnlichen Sujet Ägypten.

Das Regieteam um die Operndirektorin Franziska Severin greift die Anfänge des Pauschaltourismus auf und nimmt den Zuschauer mit auf eine Ägypten-Expedition. Gemeinsam mit dem legendären britischen Archäologen Lord Callagan (Patrick Rohbeck) gehen die Besucher dem Geheimnis der Pharaonentochter Nofretete (Lilli Wünscher) auf die Spur, die sich einst gegen den Willen ihres Vaters in einen einfachen Offizier (Radoslaw Rydlewski) verliebt hatte.

Nach ersten Erfolgen mit Schlagern komponierte Nico Dostal mehrere Operetten. »Clivia« verhalf ihm 1933 zum Durchbruch. Sie wurde an über 90 Bühnen in Deutschland nachgespielt. Es folgen u.a. »Monika«, »Die ungarische Hochzeit« und natürlich »Prinzessin Nofretete«.

Auch als Filmkomponist konnte sich Dostal hervortun. Er schrieb die Musik für »Kaiserwalzer« mit Marta Eggert, »13 Stühle« mit Heinz Rühmann, »Fiakerlied« mit Paul Hörbiger, »Die Geierwally« mit Heidemarie Hatheyer und »Glück bei Frauen« mit Johannes Heesters.