Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Bild: MKW/Bettina Engel-Albustin

Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Bild: MKW/Bettina Engel-Albustin

Zehn Prozent mehr für die Landesorchester

Der Landesmusikrat NRW begrüßt die Stärkung der freien Musikszene durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, die Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen heute erläutert hat.

Reinhard Knoll, Präsident des Landesmusikrats NRW, hat die Absicht von Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen begrüßt, die Musikförderung auszuweiten. In einem Pressegespräch hat die Ministerin heute die nächsten Schwerpunkte der Stärkungsinitiative Kultur mit den Worten vorgestellt: „Wir wollen der Kultur in Nordrhein-Westfalen neue starke Impulse geben. Dabei berücksichtigen wir alle Sparten und Bereiche, um der vielfältigen Kulturlandschaft gerecht zu werden. Für diese Vielfalt sorgt insbesondere die ausgeprägte Freie Szene des Landes. Nach der Freien Szene der Darstellenden Künste wollen wir nun auch die Freie Musikszene stärken.“

Zur Ausweitung der Musikförderung zählen folgende Maßnahmen: Eine Ensembleförderung soll die Freie Musikszene im Land erstmals systematisch stärken. Sie wird in der Regel für drei Jahre gewährt und erlaubt auch die Förderung von administrativen Aufgaben. Das Fördervolumen beträgt 2020 1,4 Millionen Euro und soll weiter anwachsen. Für bereits anerkannte freie Ensembles sollen im Rahmen einer Exzellenzförderung zusätzlich bis zu 500.000 Euro jährlich bereitstehen.

Die Mittel für die Spielstättenprogrammprämie NRW werden von 40.000 Euro auf 140.000 Euro aufgestockt. Eine neue Exzellenz-Initiative im Bereich Jazz unterstützt einzelne Musikerinnen und Musiker bei der Entwicklung ihrer Karriere mit insgesamt 120.000 Euro. Und die acht Landesjugendensembles, denen die Ministerin eine wichtige Rolle in der Ausbildung des musikalischen Nachwuchses und der Hochbegabtenförderung in Nordrhein-Westfalen bescheinigte, erhalten eine um 150.000 Euro erhöhte Förderung.

Aus der Stärkungsinitiative Kultur stehen den Landesjugendensembles dieses Jahr zusätzlich 110.000 Euro zur Verfügung. Die drei Landesorchester erhalten 2018 in einem ersten Schritt zehn Prozent mehr Unterstützung. Ein zweiter Schritt sieht eine weitere Erhöhung im Jahr 2020 vor, orientiert an den jeweiligen Bedarfen der Institutionen.

Reinhard Knoll, Präsident des Landesmusikrats NRW, würdigte die Stärkungsinitiative der Ministerin mit den Worten: „Die Szene der professionell arbeitenden freischaffenden Musikerinnen und Musiker bildet die wesentliche Kreativitätsgrundlage des nordrhein-westfälischen Musiklebens. Kulturpolitisch ist es sinnvoll und überfällig, gerade die Ensembles und ihre Foren, die Spielstätten, zu unterstützen. Die Spielstättenprogrammprämie, die gemeinsam von Landesmusikrat und Kulturministerium NRW vergeben wird, leistet unbürokratische Unterstützung und hebt die Leistungen, die von Spielstätten am Rande der Selbstausbeutung erbracht werden, zu Recht heraus. Die Ensembles der freien Szene, die kommunal und landesfinanzierten Orchester und die Clubs, Spielstätten und Konzerthäuser bilden Eckpfeiler des Musiklebens.“

Reinhard Knoll betonte, dass ihn besonders die verstärkte Förderung der Landesjugendensembles als wichtiges Instrument der Nachwuchs- und Begabtenförderung freue: „Die acht Ensembles, das Kinderorchester NRW und die Kursangebote des Kammermusikzentrums NRW leisten eine herausragende Arbeit, indem sie den jungen Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit bieten, unter professionellen Bedingungen das Zusammenspiel zu vervollkommnen. Die Landesregierung geht hier einen wichtigen Schritt in Richtung einer Verbindung von Hochbegabtenförderung und sozialer Reichweite in der Musikförderung.“