Die Hamburger Symphoniker in der Elbphilharmonie. Foto: Claudia Höhne

Die Hamburger Symphoniker in der Elbphilharmonie. Foto: Claudia Höhne

Zukunft der Orchesterkultur

Ein Projekt der Hochschule für Musik und Theater Hamburg in Kooperation mit den Hamburger Symphonikern geht mit Stipendiaten aus drei Kontinenten der Frage von der Wirkung der Gesellschaft auf die Orchesterkultur nach.

Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) fördert mit 870.000 Euro ein internationales Stipendienprogramm von sechs internationalen Musikinstitutionen unter der Federführung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT). Die HfMT und die Symphoniker Hamburg kooperieren mit dem Shanghai Conservatory of Music, dem Shanghai Symphony Orchestra, dem San Francisco Conservatory of Music und dem Berkeley Symphony Orchestra um nach innovativen Formaten für die zukünftige Arbeit von Berufsorchestern zu forschen.

Das von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg initiierte Projekt „Zukunft der Orchesterkultur“ ermöglicht acht Masterabsolventinnen und -absolventen der beteiligten Hochschulen einen jeweils einjährigen Forschungsaufenthalt in Hamburg. Die Stipendiaten sollen Konzepte und Formate erarbeiten, die es den Orchestern ermöglicht, Veränderungsprozesse der Gesellschaft aufzunehmen und Neuerungen im gesamten Erscheinungsbild der Orchester – von den Konzertformaten bis hin zu veränderten Leitungs- und Organisationsformen – anzustoßen. Hinter der Konzeption des Projektes steht die Erkenntnis, dass der notwendige Wandel zu einer neuen Orchesterkultur nur von Orchestern und Musikhochschulen gemeinsam angestoßen werden kann.

Das auf drei Jahre ausgelegte Stipendienprogramm ermöglicht drei Kohorten von jeweils acht Stipendiaten ein vollfinanziertes Forschungsjahr in Hamburg. In diese Zeit bieten die HfMT und die Symphoniker Hamburg durch die Kombination von Theorie und Praxis ideale Rahmenbedingungen, um die Entwicklung von innovativen Konzepten und Formaten für die das Orchester von Morgen auf theoretischer und praktischer Ebene zu verfolgen. Dazu werden die Stipendiaten in Seminaren, Workshops und Meisterkursen mit renommierten Künstlern, Kulturmanagern und Verantwortlichen aus der internationalen Orchesterlandschaft zusammenarbeiten. Ziel einer jeden Kohorte ist es, in Hamburg ausgearbeitete Konzertformate dem Publikum in San Francisco, Schanghai und Hamburg vorzustellen. Hierzu begibt sich die erste Kohorte bereits im Januar auf eine vorbereitende Reise nach San Francisco und Schanghai. Am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit sollen die Arbeitsergebnisse ausgewertet und in einer wissenschaftlichen Studie der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das neue Stipendium wird für die kommenden drei Jahre durch die BKM mit insgesamt 870.00 Euro gefördert. Die Gastaufenthalte und Auftritte in San Francisco und Schanghai werden durch die dort ansässigen Projektpartner ermöglicht. Bereits am 5. September begrüßte Hochschulpräsident Elmar Lampson die erste Gruppe von Stipendiaten in Hamburg.

HfMT-Präsident Elmar Lampson bedankt sich für die große Förderung durch das BKM und betont: „Ohne die Unterstützung des Hamburger Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse und des ehemaligen Staatsrats Dr. Roland Salchow wäre das alles nicht möglich gewesen! Ich freue mich auf die fantastischen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus den USA, China und Europa. Heute sind in den Orchestern Musikerinnen und Musiker gefragt, die mitdenken und sich flexibel an der Ideenbildung zur Bewältigung vieler neuer Herausforderungen beteiligen. Ich bin sehr begeistert darüber, dass wir mit den Musikhochschulen und Orchestern in San Francisco und Shanghai so ausgezeichnete Partner gefunden haben, denn neue Ideen zur Weiterentwicklung der Orchesterkultur lassen sich nur in internationaler Zusammenarbeit entwickeln.“