Schumann-Haus in Zwickau. Foto: Ch. Kern

Schumann-Haus in Zwickau. Foto: Ch. Kern

Zum 177. Hochzeitstag gibt es Lenau

In Leipzig gibt es nicht nur Interpretationen von Werken Robert Schumanns, es gibt auch chansoneske und jazzige Weiterentwicklungen seiner Gedanken in anderen Klangwelten.

Das Lied steht im Mittelpunkt der 16. Schumann-Festwoche vom 9. bis 17. September 2017 im Schumann-Haus Leipzig. Ob gesungen oder in Instrumentalbearbeitungen – die Festivalwoche präsentiert unter dem Titel „Herrlich LIEDerlich“ ein Programm ausgehend von Robert und Clara Schumann, über Kompositionen ihrer Zeitgenossen bis hin zu nachfolgenden Generationen, die mit dem Chanson das Kunstlied des 21. Jahrhunderts zelebrieren.

Zu den Interpreten zählen u. a. der Cellist Peter Bruns, der Pianist Cédric Pescia, der Tenor Marcus Ullmann, das Signum Quartett sowie der Chansonnier Sebastian Krämer und die Jazzsängerin Kitty Hoff. Die jüngsten Sangesfreudigen sind am 16. September, 15 Uhr, auf dem Marktplatz zum Kinderfest anlässlich des 25-jährigen Bestehens der UNICEF Arbeitsgruppe Leipzig eingeladen.

Der Schumann-Verein organisiert unter dem Titel von Clara Schumanns Kanon „Wenn ich ein Vöglein wär“ ein Chortreffen, zu dem 550 Stimmen der besten Leipziger Kinderchöre zu hören sein werden. Die Veranstaltung ist zudem Teil der Feierlichkeiten „20 Jahre Freie Grundschule Clara Schumann“. Robert Schumanns „Gesänge der Frühe“ op. 133 und einige seiner Lieder, die Clara für Klavier bearbeitete, erklingen im Eröffnungskonzert am 9. September (15 Uhr) mit dem Pianisten Cédric Pescia, der den 1. Preis beim Gina Bachauer International Artists Piano Competition 2002 gewann.

Das Violoncello bringt Peter Bruns am 10. September (18 Uhr) zum Singen. Gemeinsam mit der Pianistin Annegret Kuttner unternimmt er einen Streifzug durch die Liedkompositionen zur Zeit der Romanik. Zu hören sind Bearbeitungen der Lieder und Arien u.a. von R. Schumann, F. Mendelssohn Bartholdy, R. Strauss, S. Rachmaninow, H. Berlioz und R. Wagner.

Der junge Pianist Adi Neuhaus wählte für seinen Klavierabend am 16. September (18 Uhr) Liszt-Bearbeitungen einiger Schubert-Lieder sowie das Blumenstück op. 19 von Robert Schumann, Sergej Rachmaninoffs Variationen über ein Thema von Corelli für Klavier op. 42 u.a.

Zum 177. Hochzeitstag von Clara und Robert, am 12. September, interpretieren Marcus Ullmann (Tenor) und Alexander Schmalcz (Klavier) Schumanns „Sechs Gedichte nach Nikolaus Lenau" sowie Lieder von Wolfgang Amadeus Mozart, Hans Werner Henze und Benjamin Britten (20 Uhr). Der selten zu hörende Schumann-Liederzyklus nach einem Text von Heinrich Moritz Horn „Der Rose Pilgerfahrt“ sowie die Spanischen Liebeslieder op. 138 bringen Mitglieder des MDR Rundfunkchores und Heiko Reintzsch (Klavier) am 15. September (20 Uhr) zur Aufführung.

Mit aufgeräumtem Verstand und spitzer Zunge wird der Chansonnier Sebastian Krämer am 13. September, 20 Uhr, ein „liederliches“ Feuerwerk zünden. Unter dem Titel „Lieder wider besseres Wissen“ nimmt das deutsche Chanson Fahrt auf. Einen Tag später, am 14. September, 20 Uhr, überraschen Kitty Hoff und Band in der bereits dritten Auflage des „Club Florestan“ mit „Curiosen Geschichten“, in denen sie u.a. Schumanns Kinderszenen und das „Album für die Jugend“ in neuen deutschen Chansons bearbeiteten.

Das Abschlusskonzert der Schumann-Festwoche 2017 gestaltet am 17. September (18 Uhr) das Signum Quartett u.a. mit Franz Schuberts Streichquartett d- Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“. Im Leipziger Schumann-Haus komponierte Robert Schumann einige seiner bedeutenden Gesangswerke. So entstanden hier beispielsweise die Kerner-Lieder op. 35.