Markus L. Frank zurück in Dessau. Bild: privat

Markus L. Frank zurück in Dessau. Bild: privat

Zum 250. Geburtstag ein alter Bekannter

Die Anhaltische Philharmonie hat einen neuen Chef: Markus L. Frank. Er dirigierte bereits von 2003 bis 2008 in Dessau und prophezeit zur neuerlichen Zusammenarbeit mit dem Orchester: "Das wird richtig gut!"

Markus L. Frank, derzeit Generalmusikdirektor in Nordhausen/Sondershausen, wird neuer Generalmusikdirektor der Anhaltischen Philharmonie am Anhaltischen Theater Dessau. Er ist Nachfolger des Niederländers Antony Hermus, der im Sommer 2015 nach sechs Jahren aus privaten Gründen seinen Vertrag beendete. Seitdem hatte Daniel Carlberg als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD am Anhaltischen Theater das Amt kommissarisch übernommen.

Mehrere Kandidaten waren zu Gast-Dirigaten der Anhaltischen Philharmonie Dessau eingeladen. Das Orchester, die Theaterleitung und die Stadt Dessau-Roßlau haben sich schließlich für Markus L. Frank entschieden. Er wird sein Amt als Generalmusikdirektor am 1. August 2016 antreten. „Markus L. Frank ist ein richtiger Vollblut- und Theatermusiker. Wir sind überzeugt, in ihm den idealen musikalischen Partner gefunden zu haben, um Orchester und Theater künstlerisch erfolgreich weiterzuentwickeln“, so Johannes Weigand, Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau.

In Dessau ist Markus L. Frank kein unbekannter. Von 2003 bis 2008 war er bereits 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD am Anhaltischen Theater und ist somit nicht nur mit dem Theater sondern auch mit der Stadt bereits bestens vertraut. Ähnlich wie in Thüringen will er sich auch in Dessau voll und ganz der Region verpflichten. Eine Mischung aus klassischem Repertoire, innovativen Entdeckungen und aus der Geschichte der Region erwachsenden Werken stoßen bei ihm auf großes Interesse. Viele Ideen hat er bereits für die Weiterentwicklung des künstlerischen Profils des Dessauer Klangkörpers, der in diesem Jahr sein 250 jähriges Jubiläum feiert.

Markus L. Frank war im vergangenen November an das Anhaltische Theater zurückgekehrt, um ein Chorkonzert mit Werken von Johann Sebastian Bach, Olivier Messiaen und Gabriel Fauré als Gastdirigent zu leiten. Über die Anhaltische Philharmonie Dessau sagt Frank: „Bei keinem anderen Orchester habe ich je eine solche Sympathie gespürt und Freude am gemeinsamen Musizieren empfunden. Die Kräfte, die dadurch freigesetzt werden, können einen regelrecht beflügeln. Ich sehe meiner Rückkehr nach Dessau mit großer Vorfreude entgegen: Die Philharmonie, das Theater, ein wunderbares Leitungsteam mit Johannes Weigand an der Spitze, dazu alte Freunde und Lieblingsorte in der Stadt und ihrer herrlichen Umgebung – das wird richtig gut!“

Markus L. Frank begann seine Musikerlaufbahn zunächst als Hornist. Nach überaus erfolgreicher Teilnahme an mehreren internationalen Wettbewerben (Preisträger in Markneukirchen, Genf und beim ARD-Wettbewerb München) war er Solo-Hornist beim NDR-Symphonieorchester Hamburg. Parallel dazu studierte der gebürtige Schwabe Dirigieren an den Musikhochschulen Detmold und Hamburg.

1998 wurde er als Kapellmeister an die Oper Kiel engagiert und erarbeitete sich dort mit vielen eigenen Einstudierungen ein umfassendes Repertoire.

2003 wechselte er dann als 1.Kapellmeister und Stellvertretender GMD an das Anhaltische Theater Dessau, seit der Spielzeit 2008/09 ist Markus L. Frank Generalmusikdirektor des traditionsreichen Loh-Orchester Sondershausen und des Theater Nordhausen. Neben den zahlreichen Einstudierungen für Theater und Konzertsaal haben sich auch die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen unter seiner Leitung zu einem erstklassigen Publikumsmagneten entwickelt, der weit über die Landesgrenzen ausstrahlt.

Neben seinem Festengagement führten ihn zahlreiche Gastverpflichtungen u.a. an die Opernhäuser in Nürnberg, Wiesbaden, Mannheim, Darmstadt und Hannover sowie an die Deutsche Oper Berlin, wo er 2005 debütierte und immer wieder zu Gastdirigaten eingeladen wird.

Sein besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik. Markus L. Frank ist seit 2008 Jury-Mitglied der Weimarer Frühjahrstage für Neue Musik und leitet die dortigen Orchesterkonzerte. In den letzten Jahren brachte er so über 100 Werke zur Uraufführung.

2012 übernahm Markus L. Frank eine Dirigierklasse an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar und gibt in dieser Funktion seine vielseitigen Erfahrungen an junge Dirigenten weiter. Zudem dirigiert er dort die Abschlusskonzerte der renommierten Internationalen Meisterkurse. 

Die von Markus L. Frank auf CD eingespielte Wiederentdeckung von Franco Alfanos Oper ‚Cyrano de Bergerac' am Theater Kiel wurde in der Fachpresse euphorisch besprochen. Ebenso vom DeutschlandRadio Berlin produziert, ist im Januar 2016 beim Label capriccio eine CD mit großen Orchesterwerken von Walter Braunfels erschienen, eine weitere Einspielung mit Kompositionen Sondershäuser Hofkapellmeister kommt im Sommer 2016 heraus. Als DVD ist die Dessauer Aufführung von Humperdincks Märchenoper ‚Hänsel und Gretel' (Felsenstein/Frank) erhältlich.