Keine Angst: Der will nur dirigieren! Auch Herbert von Karajan begegnet in der Digital Concert Hall. Bild: Digital Concert Hall

Keine Angst: Der will nur dirigieren! Auch Herbert von Karajan begegnet in der Digital Concert Hall. Bild: Digital Concert Hall

Zwei Stufen über Karajan

Das neue FONO FORUM ist da und bietet viele Anstöße zum Nachdenken und Hören. Nikolaus Harnoncourt, blaublütiger als Karajan, gilt ein Nachruf, der zugleich zwölf CDs empfiehlt. Und Karajan hat auch seinen Platz im Heft: als Bewohner der Digital Concert Hall.

Der digitalen Seite der Berliner Philharmonie hat das FONO FORUM in einem Selbstversuch einen Besuch abgestattet, um Vergleich zu ziehen zum Konzerterlebnis in der "echten" Philharmonie.

In ganz viele Räume laden das Team der Alten Oper Frankfurt und der musikalisch stark geprägte Architekt Daniel Libeskind ein. Chefredakteur Arnt Cobbers stellt das Projekt vor, das die Stadt an Ecken und Enden zum Klingen bringt, die bisher optisch und akustisch eher unterschätzt waren.

Ebenfalls zu Besuch ist das FONO FORUM in Philadelphia beim Curtis Institute of Music, eine Talent-, wenn nicht gar Genie-Schmiede, die in der öffentlichen Wahrnehmung der Alten Welt im Schatten der Julliard School steht.

Hoch begabt, vielleicht auch genial sind zwei Pianisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die in der Mai-Ausgabe des FONO FORUM ihren Auftritt haben: Gerhard Oppitz vermittelt zwischen Max Reger und dem Musikfreund, der diesen Meister bisher eher im Schatten seiner berühmteren Zeitgenossen wahrgenommen hat. Und Lucas Debargue, in existenzialistisch schwarzen Edel-Schlabber gewandet, wie unser Autor beschreibt, macht Hoffnungen auf eine neue Pianistengröße aus Frankreich.

Im Jazzteil würdigt Reiner H. Nitschke den Pianisten Masabumi Kikuchi, einem Meister der immerhin mit der Anerkennung von Keith Jarrett musizieren durfte. Und Karl Lippegaus beleuchtet den Jazz in der Nouvelle Vague und schreibt damit ganz nebenbei ein kleines Stück europäischer Kinogeschichte.

Und natürlich gibt es wieder Besprechungen der besten (manchmal auch nicht ganz so gut gelungenen) Klassik- und Jazz-CDs - weit über 100 Platten insgesamt. Und auch das ist noch längst nicht alles.