Keith Jarrett gilt ein Essay im neuen FONO FORUM. Bild: Daniela Yohannes/ECM Records/FONO FORUM

Keith Jarrett gilt ein Essay im neuen FONO FORUM. Bild: Daniela Yohannes/ECM Records/FONO FORUM

Zwei total verschiedene Pianistenseelen

Das September-Heft des FONO FORUM wird gerade ausgeliefert. Die Abonennten erhalten es in diesen Tagen in ihre Briefkästen, im freien Verkauf ist es ab Mittwoch, 17. August.

Keith Jarrett - kann ein Musiker, an den sich die Erwartungen eines Jahrundertskünstlers knüpfen, kurz nach einem Terroranschlag seine Seele so öffnen, dass sie an die Seelen der Zuhörer rührt? Reiner H. Nitschke, Herausgeber und Jazz-Chef des FONO FORUM, war in München und hat dem Mastermind des freien Gedankenfluges zugehört. Sein Essay trägt die Überschrift: "Der Wundenheiler".

Tamar Halperin, die israelische Pianistin und Cembalistin, strebt mit ihrem Satie-Album einen Ausbruch aus den Fesseln des Klassikbetriebes an: "Ich möchte mehr wie ein DJ denken." Dazu hat sie verscheidene Stimmen aus Klavierstücken des französischen Individualisten auf verschiedenen Tasteninstrumenten eingespielt und zusammenmixen lassen. Chefredakteur Arnt Cobbers findet: "Das schönste Satie-Album des Jahres".

Gar nicht schön sind zwei andere Vorkommnisse: Der SWR würgt die Tradition seiner beiden großartigen Orchester ab und mixt sie zu einem neuen. Das spart natürlich viele Stellen. Und trägt zur Degeneration des öffentlich-rechtlichen Bildungs- und Kulturauftrages bei. Hauptsache die Intendanten verdienen wie Bundesliaspieler.

Ebenfalls irrsinnig ist, was in Köln mit der Sanierung der Oper passiert. Während in der Domstadt alle wehklagen, ohne klar Position zur Frage der Verantwortung zu beziehen, hat das FONO FORUM einen Ratsherrn gefunden, der ganz klar Schuldige benennt. Die entscheidende Frage bleibt: "Wer soll das bezahlen?"

Keinerlei finanzielle Risiken hingegen geht ein, wer sich an die vielen CD-Tipps im Klassik- und im Jazzteil des FONO FORUM hält. Die Rezensenten haben wieder viel gehört und empfehlen manche Schätze - eitel strahlende und auch solche, die man ausbuddeln muss. Und das ist natürlich noch nicht alles: Die 140 Seiten sind prall gefüllt mit vielen Porträts, Informationen und Gedanken sowie praktischen Hinweisen, die alle in eine Richtung weisen: zu guter Musik!