Rache! Elektra in Aktion. Bild: Aalto Theater Essen, Matthias Jung

Rache! Elektra in Aktion. Bild: Aalto Theater Essen, Matthias Jung

Zwischen Krupp und Aalto

Manchmal erzählen die Fotos die beste Geschichte: Essen, musikalische Perle des Ruhrgebiets, bietet neue Opernpremieren und die Wiederaufnahme der Elektra von Richard Strauß.

Glaube und Vertrauen kann auf vielfältige Weise zum Ausdruck kommen: Die fünf Neuinszenierungen des Aalto-Musiktheaters zeigen in der kommenden Spielzeit 2016/2017, wie Komponisten sich in ihren Opern mit diesem Thema kunstvoll auseinandergesetzt haben.

In Vincenzo Bellinis Belcanto- Meisterwerk „Norma“, mit dem die Premierenserie am 8. Oktober 2016 furios startet, steht eine der größten Titelheldinnen der Opernliteratur im Mittelpunkt – eine gallische Priesterin, die zwischen den Erwartungen der Öffentlichkeit und ihren eigenen Sehnsüchten zerrieben wird.

Mit „Lohengrin“ (Premiere: 4. Dezember 2016) knüpft das Aalto-Musiktheater an die große Wagner- Tradition des Hauses an. Die deutsche Regisseurin Tatjana Gürbaca, die das Werk inszeniert, konnte sich zuletzt 2013 als erstklassige Wagner-Regisseurin profilieren: Damals wurde sie für ihre Deutung des „Parsifal“ in Antwerpen von der Zeitschrift „Opernwelt“ zur Regisseurin des Jahres gekürt.

In Giuseppe Verdis „Rigoletto“ führen das mangelnde Vertrauen des buckligen Hofnarren und der große Glaube seiner Tochter Gilda zur finalen Katastrophe: Die populäre Oper des Italieners steht am 21. Januar 2017 als dritte Premiere auf dem Aalto-Spielplan. Der Regisseur Frank Hilbrich stellt sich mit dieser Produktion erstmals dem Essener Publikum vor.

Mit seiner ebenso tiefgründigen wie spektakulären Revoluti- onsoper „Le Prophète“, in der ein Anführer der Wiedertäufer im Mittelpunkt steht, kommt nun erst- mals ein Werk des Komponisten am Aalto-Theater zur Aufführung. Die Premiere am 9. April 2017 ist gleichzeitig krönender Abschluss der Festtage Kunst5, zu denen die Theater und Philharmonie Essen zum zweiten Mal einlädt.

Auf Wolfgang Amadeus Mozarts letzte und vielleicht reifste Oper darf man sich zum Ende der kom- menden Spielzeit freuen. „La clemenza di Tito“ (Premiere: 3. Juni 2017) wird in Essen als szenisches Projekt auf die Bühne kommen: Aus dem Ensemble besetzt, mit Generalmusikdirektor Tomáš Netopil am Pult und dem Leiter der szenischen Einstudierung Frédéric Buhr als Regisseur bündelt das Aalto-Musiktheater für dieses Kammerspiel alle hauseigenen Kräfte.

Mit Richard Straussʼ „Don Juan“ und Franz Liszts Sinfonischer Dichtung „Von der Wiege bis zum Grabe“ eröffnen die Essener Philharmoniker ihre Konzertsaison 2016/2017. Zudem wird die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller Orchesterlieder von Alban Berg und Richard Strauss interpretieren. Die Philharmonie Essen widmet der Sängerin in der kommenden Spielzeit ein eigenes Künstlerporträt, das die Essener Philharmoniker mit diesem Konzert sowie einem Opernabend begleiten.

Neben einem reichen Angebot an Konzerten in der Abonnementreihe sind Mitglieder des Esseners Orchesters in der Philharmonie-Reihe „Nachtmusik“ zu erleben. Und wie in den vergangenen Jahren gestalten sie auch wieder zwei Konzerte für Menschen mit Demenz im RWE Pavillon. Fortgesetzt wird zudem die erfolgreiche Reihe „KlassikLounge“, bei der das Publikum klassische Musik in lockerer Atmosphäre erleben kann. Gleich zweimal treten die Essener Philharmoniker unter freiem Himmel auf: Noch vor dem offiziellen Saisonbeginn musiziert das Orchester beim Stadtfest „Essen.Original“ unter der Leitung von Tomáš Netopil auf der großen Bühne auf dem Kennedyplatz. Und im Juli 2017 dirigiert der GMD seine Musiker auf einer Open-Air-Bühne im Stadtgarten: In Verbindung mit „Essen 2017 – Grüne Hauptstadt Europas“ lädt die Landesregierung zur NRW Sommernacht ein.

Mit Richard Straussʼ „Don Juan“ und Franz Liszts Sinfonischer Dichtung „Von der Wiege bis zum Grabe“ eröffnen die Essener Philharmoniker ihre Konzertsaison 2016/2017. Zudem wird die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller Orchesterlieder von Alban Berg und Richard Strauss interpretieren.