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14.10.2015 12:34 Alter: 3 yrs

Der beste Bach kommt aus Neuseeland


Thomas Gaynor spielt preisgekrönt Bach. Foto: HfM Weimar/ Ina Schwanse

In der Orgelszene der Vereinigten Staaten, wo er in den vergangenen zwei Jahren als Preisträger dreier renommierter Orgelwettbewerbe hervorging, hat er sich bereits einen Namen gemacht. Nun hat der neuseeländische Organist Thomas Gaynor den ersten Preis des dritten Internationalen Bach-Liszt-Orgelwettbewerb gewonnen. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert. Das Geld gibt die Stiftung einer deutschen Großbank. Den mit 8.000 Euro dotierten zweiten Preis, gestiftet von den Thüringer Bachwochen, erhält die Organistin Anna-Victoria Baltrusch aus Deutschland. Der dritte Preis, dotiert mit 5.000 Euro und gestiftet vom Freistaat Thüringen, wird an Chelsea Barton aus den Vereinigten Staaten vergeben.

Der Sonderpreis für die beste Bach-Interpretation in Höhe von 1.000 Euro, gestiftet von der Neuen Liszt Stiftung Weimar, geht an Martin Rabensteiner aus Italien. Ein Finalistendiplom in Höhe von 500 Euro erhält die US-amerikanische Endrundenteilnehmerin Amanda Mole. Nicht vergeben wird der Sonderpreis für die beste Liszt-Interpretation.

Thomas Gaynor aus Wellington (Neuseeland) erhielt mit zehn Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Im Alter von 13 Jahren wechselte er zur Orgel. Derzeit bereitet er seinen Doktor in Musik bei Prof. David Higgs am Eastman School of Music in Rochester (USA) vor. Im Jahr 2014 gewann Thomas Gaynor den Fort Wayne National Organ Playing Competition. Zudem erspielte er sich den zweiten Preis beim Miami International Organ Competition 2014 und beim Arthur Poister Competition 2013.

Zum dritten Internationalen Bach-Liszt-Orgelwettbewerb waren 18 Organistinnen und Organisten aus 11 Ländern eingeladen worden. Die Mitglieder der Jury waren Wolfgang Zerer (Deutschland, Vorsitzender), Guy Bovet (Schweiz), James David Christie (USA), Alessio Corti (Italien), Andrew Dewar (England / Frankreich), Hans Ola Ericsson (Schweden / Kanada), Christophe Mantoux (Frankreich) und Jane Parker Smith (Großbritannien).

Der Bach-Liszt-Orgelwettbewerb setzt seit 2008 den vorherigen, ab 1999 stattfindenden Internationalen Domberg-Prediger-Wettbewerb Erfurt in erweiterter Form fort. Sein Ziel ist es u.a., die Orgelwerke Franz Liszts und ihre Bedeutung – etwa für die Entwicklung einer Farbigkeit des Orgelspiels – stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Die Beziehung Johann Sebastian Bachs zur Orgel ist weltbekannt.

Die Künstlerische Leitung hat Prof. Silvius von Kessel (Erfurt) inne. Schirmherren sind Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof des Bistums Erfurt sowie Ilse Junkermann, Bischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. Veranstalter sind die Landeshauptstadt Erfurt, der Dom zu Erfurt und die Hochschule für Musik Bach Liszt Weimar.