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14.10.2015 18:18 Alter: 3 yrs

Konzertsaal zum Aufblasen in Fukushima


Till Fellner©: Yu Terayama, LUCERNE FESTIVAL ARK NOVA

Fukushima/Luzern. Die mobile Konzerthalle LUCERNE FESTIVAL ARK NOVA wird zum dritten Mal bespielt. Vom 24. Oktober bis 3. November 2015 findet ein Musikfestival mit traditioneller japanischer Musik und renommierten europäischen Klassik- und Jazz-Musikern für die Bevölkerung der Region statt, die durch das Erdbeben 2011 stark verwüstet wurde. Nach Matsushima 2013 und Sendai 2014 steht die Konzerthalle in diesem Herbst wieder in der Erdbebenregion: In Fukushima, der Stadt, die am unmittelbarsten von der Katastrophe betroffen war.

Die LUCERNE FESTIVAL Ark Nova ist die erste mobile und aufblasbare Konzerthalle, die gemeinsam von Michael Haefliger, Intendant von LUCERNE FESTIVAL, dem japanischen Stararchitekten Arata Isozaki, dem britischen Künstler Anish Kapoor und dem japanischen Konzertagenten Masahide Kajimoto initiiert und 2013 erstmals aufgebaut und bespielt wurde.

Die Grundidee der ARK NOVA ist, den Menschen während des Wiederaufbaus in der von der Katastrophe vom 11. März 2011 betroffenen japanischen Region Tōhoku Mut und Zuversicht zu bringen. Ein Ensemble von Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA trat bereits im Herbst 2013 sowie im November 2014 in der mobilen Konzerthalle auf. 2015 wurde der ARK NOVA in Rotterdam der Classical:NEXT Innovation Award verliehen.

Das Eröffnungskonzert am 25. Oktober kombiniert Klassik mit japanischer Musiktradition: Der Solo-Flötist des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA Jacques Zoon spielt mit Iseut Chuat, Violoncello, und Naoko Yoshino, Harfe Musik von J. S. Bach, Maurice Ravel/Carlos Salzedo und Christoph Willibald Gluck. Darüber hinaus ist der japanische Pianist Kazune Shimizu zu erleben sowie Eitetsu Hayashi, einer der führenden Musiker und Komponisten im Bereich der traditionellen japanischen Trommelkunst Wadaiko. Er leitet am Vortag ausserdem einen Workshop für Familien. Ein Bläser-Ensemble aus Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA rund um den Solo-Trompeter Reinhold Friedrich spielt am 30. Oktober Werke von Franz Doppler, Alexey Lebedev, Frédéric Chopin, Frank Martin, George Gershwin und Leoš Janáček. Japanische traditionelle Musik wie etwa eine Gagaku- Aufführung und ein Gagaku-Workshop sowie ein Kammerkonzert mit Musik von Olivier Messiaen, das von jungen japanischen Solisten präsentiert wird, sind weitere Höhepunkte des vielfältigen elftägigen Programms. Des Weiteren ist die Preisträgerin des Chopin-Wettbewerbs 2010, die Pianistin Yulianna Avdeeva, in einem Solo-Rezital zu erleben, I Musici des Conservatorio Santa Cecilia in Rom spielen Vivaldi’s Vier Jahreszeiten und der schwedische Saxophonist Magnus Lindgren bietet einen Jazz-Workshop an. Am 3. November, dem japanischen Tag der Kultur, spielt das Sendai Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Naoto Otomo unter anderem mit Aurélien Pascal Antonín Dvořáks Cellokonzert.