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15.10.2015 09:41 Alter: 3 yrs

Musikalischer Pferdestall, kunstsinnige Scheune


Laurene Durantel. Foto: Pascal Gerard

Die Preisträger der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2015 stehen fest: Ausgezeichnet werden der ungarische Trompeter Tamás Pálfalvi, das Klaviertrio Trio Karénine und die Kontrabassistin Laurène Durantel aus Frankreich, der polnische Bratschist Krzysztof Chorzelski sowie der ebenfalls französische Cellist Aurélien Pascal. Verliehen werden die Preise im Rahmen von Konzerten im Festspielsommer 2016, für den die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern die Programmvorschau im November 2015 veröffentlichen.

Den WEMAG-Solistenpreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, erhält der ungarische Trompeter Tamás Pálfalvi. Er begeisterte bei einem Kammerkonzert im Pferdestall des Schlossguts Groß Schwansee mit einem Programm, das den Bogen von Händel über Gershwin bis zum zeitgenössischen Komponisten Robert Erickson spannte. Darüber hinaus war er bereits beim Konzert der Kreisau-Musik in der Schweriner Schelfkirche in Martinůs „La Revue de Cuisine“ zu hören.

Der mit 10.000 Euro dotierte Nordmetall-Ensemblepreis geht an das französische Klaviertrio Trio Karénine, die französische Kontrabassistin Laurène Durantel und den polnischen Bratschisten Krzysztof Chorzelski. Die fünf jungen Musiker, die in der Seemannskirche Prerow erstmalig in dieser Besetzung auftraten, hatten mit Schuberts „Forellenquintett“ dermaßen begeistert, dass sie als Quintett für den Preis ausgewählt wurden. Für Krzysztof Chorzelski ist es bereits der zweite Festspielpreis, bereits 1999 gewann er als Mitglied des Belcea Quartets den Ensemblepreis.

Das Publikum sprach sich für den französischen Cellisten Aurélien Pascal aus. Er bekommt den mit 5.000 Euro dotierten, von der Reederei F. Laeisz gestifteten Publikumspreis. Der junge französische Musiker war in der Kunstscheune Nakenstorf mit Cello-Sonaten unter anderem von Beethoven, Debussy und Poulenc zu hören.

In der 1995 gegründeten Reihe „Junge Elite“ spielen talentierte Nachwuchsmusiker aus aller Welt an kleineren Spielstätten und haben die Chance auf einen der Nachwuchspreise der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2014 sind die jungen Talente außerdem in der Reihe „Landpartie“ zu hören, die den Besuchern vor dem Konzert die Möglichkeit gibt, die Musiker und die Spielstätte näher kennenzulernen. Mit der „Bothmer-Musik“ wird den internationalen Nachwuchsmusikern seit 2015 zudem ein dreitägiges Kammermusikfest gewidmet. Einmal ausgezeichnet, kehren die Preisträger, wie z. B. Daniel Müller-Schott, Julia Fischer oder Daniel Hope, auch noch als berühmte Künstler regelmäßig zum Festival zurück. Seit 2006 prägt außerdem jeweils ein Preisträger den Festspielsommer als „Preisträger in Residence“ mit zahlreichen Konzerten und eigenen Programmen, darunter die Kammermusikwoche „Preisträger-Projekt“ mit weiteren Festspielpreisträgern.