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20.10.2015 07:05 Alter: 3 yrs

100 Jahre Alpensinfonie


Neues Konzertzimmer der Semperoper. Foto: MatthiasCreutziger.jpg

Richard Strauss hat den überwiegenden Teil seiner Werke mit Widmungen versehen, aber nur zwei Orchesterwerke einem Orchester zugeeignet, und zwar »Ein Heldenleben« Willem Mengelberg und dem Concertgebouw Orchester sowie »Eine Alpensinfonie« »dem Grafen Nicolaus Seebach und der Königlichen Kapelle zu Dresden« Der Generaldirektor der Kgl. Musikalischen Kapelle und der Hoftheater war im letzteren Fall an die Stelle des 1914 überraschend verstorbenen Ernst von Schuch gerückt, dem Strauss, seine drei ersten großen Opernerfolge verdankte. Mit der »Alpensinfonie« setzte Strauss der letztlich über 60 Jahre lang währenden Freundschaft zu seinen »lieben Dräsdnern« ein musikalisches Denkmal, und bis heute nimmt das Werk eine herausragende Stellung im Repertoire der Staatskapelle ein.

Strauss leitete die Uraufführung am 28. Oktober 1915 am Pult der Dresdner Hofkapelle persönlich, und zwar –  in Ermangelung einer Konzertorgel, die in der Semperoper in dieser Qualität nicht vorhanden war –  in der alten Berliner Philharmonie. Dies war eines der ersten Gastkonzerte der Dresdner Staatskapelle, dem sich ab den 1920er Jahren eine regelmäßige Tourneetätigkeit unter der Leitung von Fritz Busch anschloss. Zwei Tage nach der Berliner Uraufführung fand die Erstaufführung in Dresden statt.

Mit zwei Sonderkonzerten unter der Leitung von Christian Thielemann feiert nun die Staatskapelle Dresden am 21. Oktober in der Semperoper sowie am 27. Oktober in der heutigen Berliner Philharmonie das 100-jährige Jubiläum der Uraufführung der »Alpensinfonie« – und hat dazu einen Gast eingeladen, der nur acht Jahre später zur Welt kam: den Pianisten Menahem Pressler, der mit dem letzten Mozart-Klavierkonzert in B-Dur und damit im Alter von über 90 Jahren sein Debüt in den Kapell-Konzerten geben wird!

Mit dem Konzert in der Semperoper weihen die Staatskapelle Dresden und Christian Thielemann zugleich das neue Konzertzimmer der Semperoper ein.

Damit erfüllt sich für die Staatskapelle ein langjähriger Wunsch, da das alte Konzertzimmer akustische Schwächen aufwies und für zeitgemäße HD-Fernsehaufzeichnungen ungeeignet war. Die Gestaltung des neuen Konzertzimmers, die auf einen Original-Entwurf von Gottfried Semper zurückgeht, lag in der Verantwortung von Dr. Kay Busch, dem Stellv. Technischen Direktor der Semperoper. Ausgeführt wurde die Konstruktion von den italienischen Firmen Suono Vivo (Padua) und Arianese (Mailand).