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06.12.2012 10:46 Alter: 2 yrs

Zum Tod von Dave Brubeck


Es wäre mit Sicherheit ein guter Tierarzt aus ihm geworden, doch zum Glück für alle Jazzfans hatte Dave Brubeck schon früh sein veterinärmedizinisches Studium aufgegeben und die Laufbahn des Profimusikers eingeschlagen. Als Pianist und Komponist wurde er zur Legende. Selbst Menschen, die keinen besonderen Bezug zum Jazz haben, kennen seinen Namen – und vor allem seine Musik. Am 5. Dezember, einen Tag vor seinem 92. Geburtstag, ist Dave Brubeck nun gestorben.

Bereits 1953 gelang ihm beim Auftritt seines ersten Quartetts im Oberlin College der Durchbruch als anerkannter Jazzmusiker. Zur unumstößlichen Größe wurde er, als er 1958 zusammen mit Paul Desmond, Joe Morello und Eugene Wright die klassische Stammbesetzung des Dave Brubeck Quartets formte. Dessen Album »Time Out« von 1959 gilt noch immer als einer der großen Klassiker der Jazz-Diskographie und dokumentiert Brubecks kompositorische und interpretatorische Fantasie, die sich vor allem in seiner Vorliebe für ungerade Taktarten niederschlug. Ironischer Weise stammt allerdings Brubecks »berühmteste Komposition«, das 5/4-taktige »Take Five«, in Wirklichkeit aus der Feder seines Band-Kollegen Paul Desmond. Auch nach der Auflösung des Dave Brubeck Quartets im Jahre 1967 blieb Brubeck, der sich immer auch aktiv gegen die Diskriminierung schwarzer (Mit-)musiker einsetzte, an der Spitze des internationalen Jazz. Zu seinen musikalischen Partnern zählten Gerry Mulligan, Anthony Braxton und Lee Konitz sowie seine Söhne Chris, Dan und Darius, die als Jazzmusiker in die Fußstapfen ihres Vaters getreten waren. Dave Brubeck war noch bis ins hohe Alter auf der Bühne zu erleben und starb, hoch geehrt, in einem Krankenhaus in Norwalk Connecticut.