Individualklang

Dass Heinrich Schütz seine kompositorischen Hausaufgaben bei Giovanni Gabrieli gemacht hat, beweist sein op. 1 mit fünfstimmigen Madrigalen aufs Allerschönste. Die sorgfältige Textbehandlung, bei welcher der Komponist auch vor reichlich dissonanten Passagen nicht zurückschreckt, atmet ein Stück Italianità. Peter Kooij lässt seinen kleinen Chor von sehr dezent agierenden Continuospielern begleiten und lenkt damit die Aufmerksamkeit auf die Sänger. Diese streben offenkundig keinen »runden« Ensembleklang an, bleiben stets deutlich unterscheidbare Individuen (im Sopran mitunter etwas zu deutlich). Allerdings gelingt es ihnen dadurch, die Affekte sehr plakativ herauszuarbeiten.

RE