Christiane Karg

Das Lied ist ihre Leidenschaft

Christiane Karg ist nicht nur eine der besten lyrischen Soprane, sie überrascht auch immer wieder mit ungewöhnlichen Programmen. Auf ihrer neuen CD singt sie Ravel, Debussy, Britten, Koechlin und Duparc. 

Von Michael Horst

Foto: Gisela Schenker
Foto: Gisela Schenker

Es scheint, als wolle Christiane Karg die CD mit dem aparten Cover in Kupfer und Rosé sorgsam abwiegen. „Nur wenn man so etwas in der Hand hält“, sagt die Sopranistin, „kann man überhaupt ahnen, wie viel Arbeit dahintersteckt. Ich fürchte, dass da sehr viel verloren geht, wenn wir bald alles nur noch digital konsumieren ...“ In der Tat: Wenn jetzt gerade die neueste CD der Sängerin mit dem Titel „Parfum“ herausgekommen ist, dann weiß sie selbst am allerbesten, wie viel Arbeit dahintersteckt. „Ich kümmere mich um ein solches Projekt von A bis Z. Wenn ich diesen Anspruch nicht mehr habe, dann mache ich auch keine CD mehr. Ich hätte ein ungutes Gefühl, wenn ich schon bei K aufhören würde!“

Um es konkret zu sagen: Ein halbes Jahr intensiver Arbeit hat die Sängerin in diese CD investiert, von der Planung und Vorbereitung zuvor ganz zu schweigen. Die Aufnahme selbst, die im Juli 2016 in Bamberg stattfand, deckt da nur – sagen wir mal – die Buchstaben H–K ab. Denn Christiane Karg ist bekannt dafür, die Werke auf ihren CDs höchstpersönlich auszusuchen. Das war bei ihrer Strauss-CD „Heimliche Aufforderung“ (2014) nicht anders als zuvor bei „Verwandlung“ (2009) mit Liedern zu allen Jahreszeiten von Schubert und Mendelssohn über Wolf, Pfitzner und Zemlinsky bis zu Berg und Eisler. Daran hat sich diesmal nichts geändert: „Auch ,Parfum‘ ist ein sehr persönliches Album geworden.“

Begonnen hat alles mit Ravels nach Orient und Fernem Osten duftendem Liederzyklus „Shéhérazade“, den die Sängerin schon im Repertoire hatte…


Den kompletten Artikel lesen Sie in der Ausgabe Mai 2017