Pretty Yende

Wenn Träume wahr werden

Die südafrikanische Sopranistin Pretty Yende hat sich binnen weniger Jahre in die erste Opernliga emporgesungen. Nun erscheint ihr zweites Album bei der Sony: „Dreams“.
 

Von Michael Horst

Foto: Kim Fox Photography

Bei der Wahl des englischen Vornamens haben ihre Eltern ein gutes Gespür gehabt. Sitzt man Pretty Yende gegenüber, wird man sofort gefangen genommen von einer besonderen Form von Schönheit – die von innen kommt und nach außen ausstrahlt. Dieser 32-jährigen Südafrikanerin sieht man die Freude an, mit der sie lebt und singt, mit der sie in ihre Opernrollen schlüpft und sie mit Leben erfüllt. „Joy“ – das ist das Wort, das immer wieder im Gespräch aufblitzt. Und diese Freude – verbunden natürlich mit Fleiß und hartem Studium – hat sicher nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass Pretty Yende, aus dem kleinen Ort Piet Retief an der Grenze zu Swasiland, sich binnen weniger Jahre bis zu den allerersten Adressen im Opernbetrieb emporgesungen hat.

Ihr Aufstieg, schrieb die „New York Times“ kürzlich, gleiche dem „Drehbuch für eine dramatische Operette“. Wie wahr! Etwas nüchterner könnte man auch von allerschönsten Träumen sprechen, die hier wahr geworden sind. Insofern bekommt der Titel von Pretty Yendes neuer CD „Dreams“ eine doppelte Bedeutung. Zu erleben sind nicht nur die Träume junger Frauen, schöne wie beängstigende, Glücksvisionen und Albträume, widergespiegelt im italienischen Belcanto eines Bellini und Donizetti. Sondern mit Lucia di Lammermoor und ihrer berühmten Wahnsinnsszene auch jene Partie, die eine wegweisende Rolle für Yende gespielt hat: „Mit der Lucia ist ein unmöglicher Traum wahr geworden.“
Denn eigentlich war sie 2009 als lyrischer Sopran – mit dem Umweg über den Wiener Belvedere-Wettbewerb – nach Mailand gekommen…


Den kompletten Artikel lesen Sie in der Ausgabe Dezember 2017