Rolando Villazón und Ildar Abdrazakov

Weltpremiere

Erstmals überhaupt in der langen Schallplattengeschichte gingen ein Tenor und ein Bass ins Studio, um gemeinsam eine ganze Kollektion von Opernduetten aufzunehmen: Rolando Villazón und Ildar Abdrazakov.
 

Von Michael Horst

Foto: Dario Acost / Deutsche Grammophon
Foto: Dario Acost / Deutsche Grammophon

Natürlich gibt es bereits jede Menge Duett-Produktionen: Am gängigsten ist die (Liebes-)Paarung Sopran/Tenor; hier haben Duos wie Maria Callas/Giuseppe di Stefano oder Leontyne Price/Plácido Domingo höchste Maßstäbe gesetzt. Auch Mirella Freni und Luciano Pavarotti, das lyrische Traumpaar der 1970er-Jahre, fand sich für eine Duett-CD zusammen. In der Kombination Sopran/Mezzosopran wetteiferten einst die Belcanto-Diven Joan Sutherland und Marilyn Horne um die brillantesten Koloraturen, während zuletzt die Barock-Königinnen Simone Kermes und Vivica Genaux für Furore sorgten. Als exotische Opernblüte darf die Decca-Produktion gelten, auf der 1978 die beiden Sopranistinnen Mirella Freni und Renata Scotto Duette von Mozart, Mercadante und Bellini sangen.

Bei den Herren der Opernbühne war es wiederum Tausendsassa Domingo, der vor langer Zeit mit dem US-Bariton Sherrill Milnes ins Studio ging. Eine aparte Kombination boten auch der Italiener Carlo Bergonzi und der Deutsche Dietrich Fischer-Dieskau, die 1982, im Herbst ihrer Karriere, italienische Opernduette von Verdi, Puccini und Ponchielli aufnahmen. Wohlgemerkt: für Tenor und Bariton.

Nun also endlich Tenor und Bass auf CD vereint – entstanden quasi am Ende einer langen Diskussion, an deren Anfang eine ganz andere Idee im Raum gestanden hatte: „Was glauben Sie“, blickt Rolando Villazón, einer der beiden Protagonisten, zurück, „wie oft ich das Angebot bekommen habe, die Drei Tenöre wieder auferstehen zu lassen? Aber das wäre doch nichts anderes als eine langweilige Kopie geworden.“

Stattdessen machte der mexikanische Tenor der Deutschen Grammophon den Vorschlag, eine Duett-Platte mit dem russischen Bassisten Ildar Abdrazakov aufzunehmen. Erstaunlich genug, denn wirklich oft haben die beiden Sänger bisher nicht gemeinsam auf der Bühne gestanden, wie sie mit großem Bedauern konstatieren.


Den kompletten Artikel lesen Sie in der Ausgabe Oktober 2017