Cornelius Meister

„Auf die Pausen kommt es an“

Der Chefdirigent des Wiener RSO und künftige Stuttgarter GMD Cornelius Meister überrascht mit Martinů, Zemlinsky und einem kaum bekannten Werk von Mahler.
  

Von Arnt Cobbers

Foto: Marco Borggreve

Mit dem ORF Radio- Symphonieorchester Wien nimmt Cornelius Meister regelmäßig CDs auf. In den letzten Monaten aber sind ungewöhnlich viele neue Alben erschienen: „Das klagende Lied“ von Mahler, „Die Seejungfrau“ von Zemlinsky, alle sechs Sinfonien von Martinů sowie drei Konzerte von Weinberg. Der 36-jährige gebürtige Hannoveraner macht bislang ohne PR-Rummel Karriere. Er dirigiert regelmäßig an den großen Opernhäusern, nach sechs Jahren in Wien wechselt er zur Saison 2018/19 als GMD nach Stuttgart. Wir trafen uns nach einem Konzert u. a. mit Beethovens Eroica. Er wirkt unkompliziert und bittet mich um Verständnis, dass er zuvor noch mit einer Orchestermusikerin sprechen müsse, die ein Anliegen habe. Als Chefdirigent müsse er jederzeit ein Ohr für seine Musiker haben, meint er.

Herr Meister, Sie waren mit 25 Jahren der jüngste Generalmusikdirektor in Deutschland, in Heidelberg, haben also enorm früh Verantwortung „im Betrieb“ übernommen. Hätten Sie nicht lieber mehr Zeit fürs Partiturstudium gehabt?
Ich empfinde es als Glück, dass ich in meinem Musikerleben immer früh dran war. Mit 16 habe ich ja bereits angefangen zu studieren, und mit 21 hatte ich in Erfurt meine erste feste Stelle. So hatte ich immer das Gefühl, ich kann mir viel Zeit lassen und in Ruhe mein Repertoire aufbauen. Aber ich halte es auch für enorm wichtig, sich das Wissen, das ein GMD haben sollte, schon früh anzueignen – insofern habe ich von meiner Erfahrung als GMD-Assistent später profitiert. Ich glaube, dass die Quereinsteiger in unserem Metier unter einem viel größeren Druck stehen, wenn ihnen die Theatererfahrung fehlt. Was wir Dirigenten machen, ist im guten Sinne ein Handwerk, und handwerkliche Dinge brauchen ihre Zeit.


Den kompletten Artikel lesen Sie in der Ausgabe Februar 2018