Ludwig Güttler

Auf Schatzsuche mit Nescafé

Ludwig Güttler ist ein Mann mit mehreren „Lebenswerken“ – als Trompetenvirtuose, Ensembleleiter und Festivalgründer, als Repertoireentdecker und unermüdlicher Motor für den Wiederaufbau der Frauenkirche. Eine 20-CD-Box gewährt nun einen (kleinen) Rückblick auf sein musikalisches Wirken. Von Arnt Cobbers

Fachleuten gilt er seit den 70er-Jahren als einer der führenden Trompeter, einem breiten Publikum in beiden Teilen Deutschlands wurde er in den 80ern als deutsche Antwort auf Maurice André bekannt, in Dresden ist er spätestens seit dem Wiederaufbau der Frauenkirche ein Volksheld. Das merkt man, wenn man sich mit ihm in Dresden trifft. Jeder erkennt den groß gewachsenen 73-Jährigen, mit einem flotten Spruch und einem schelmischen Lächeln hat er sofort die Sympathien auf seiner Seite. Und auch die Kellnerin, die sichtlich stolz ist, dass sie uns beim Mittagsimbiss bedienen darf, freut sich über jeden launigen Spruch.

Herr Güttler, in allen Interviews, die man im Internet mit Ihnen findet, geht es um die Frauenkirche, Dresden, die DDR, die Stasi – nur nicht um Musik. Stört es Sie, dass Ihr Bild als „öffentliche Person“ Ihre Wirksamkeit als Musiker überlagert?
Das empfinde ich gar nicht so. Mit 100 Konzerten im Jahr nehmen mich ja ausreichend Leute wahr. (zur Kellnerin, die gerade das Besteck richtet) Oder? (die Kellnerin: Ich habe nicht zugehört.) Sagen Sie einfach ja! Ich bedauere es allerdings, dass sich viele Musiker nur mit Musik befassen und zu wenig aus einer größeren Perspektive die kulturelle und musikalische Szene betrachten. Da gäbe es vieles zu tun, und wir sollten pflegen, was wir haben.

Till Brönner hat mal gesagt, in seiner Schulzeit habe es für Trompeter zwei Vorbilder gegeben: Maurice André und Ludwig Güttler.
Für mich war damals Maurice André ein Vorbild. Und ich habe natürlich mit großem Wohlgefallen bemerkt, dass es auch in der Generation nach mir einige Trompeter gibt, die ich nicht nur respektiere, sondern verehre – dazu gehört auch Till Brönner.


Den kompletten Artikel lesen Sie in der Ausgabe August 2016