Thomas Hengelbrock

„Ich lerne sehr schnell“

Als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters ist Thomas Hengelbrock derzeit ein vielgefragter Gesprächspartner. Dabei kommt etwas zu kurz, dass er so breit aufgestellt ist wie kaum ein anderer Dirigent.
Von Arnt Cobbers

Foto: NDR / Florence Grandidier
Foto: NDR / Florence Grandidier

Man sagt mir eine gewisse Begabung nach, ein gutes Klima herstellen zu können“, sagt Thomas Hengelbrock, als wir im Laufe des Interviews kurz auf die Aufgaben des Dirigenten zu sprechen kommen. Dieses Talent hat er ganz sicher. Der groß gewachsene 58-Jährige kommt direkt aus einer längeren Probe ins Dirigierzimmer und will sofort loslegen. Er wirkt freundlich-zugewandt, professionell und zugleich ehrlich. Anschließend warten noch zwei weitere Interviews auf ihn. „Wenn man liebt, was man tut, ist es keine Arbeit“, sagt er.

Herr Hengelbrock, was macht für Sie einen guten Konzertsaal aus?
Der Konzertsaal ist zusammen mit dem Orchester das Instrument des Dirigenten. Es ist von enormer Wichtigkeit, dass sich die Qualität eines Orchesters im Saal entfalten kann. Ein perfekter Konzertsaal schafft einen Ausgleich zwischen allen wünschenswerten Parametern. Es gibt viele Säle, die einen schönen Mischklang haben. Trotzdem sollte man zugleich die Orchesterfarben transparent und differenziert hören können. Es gibt neue Säle, die ein bisschen nach Klangdesign klingen: sehr transparent, dabei fehlt die Wärme, der Mischklang. Außerdem muss ein guter Saal alle Lautstärkepegel wiedergeben können. In der Laeiszhalle beispielsweise kann ein Sinfonieorchester alles, was über forte hinausgeht, nicht mehr spielen. Und schließlich müssen die Musiker einander hören, die ersten Geigen etwa müssen ihre Figurationen auf das Bassfundament stellen können, es muss Musizierfreudigkeit aufkommen. Die Elbphilharmonie hat das alles. Und was ich in dieser Form bisher in keinem Saal der Welt erlebt habe: Sie können auf allen Plätzen gut hören. Nach oben hin wird der Klang immer irisierender, zauberischer, ganz oben unter dem Dach hören Sie sehr schön.


Den kompletten Artikel lesen Sie in der Ausgabe März 2017