Erregungszustände

Wer sich an Zemlinskys zweites Streich ­quartett heranwagt, muss nicht bloß hochkomplexe Harmonien sauber spielen, sondern vor allem auch rasend schnell umschalten können: Beim ständigen Wechsel zwischen nervös hetzenden Passagen, ekstatischen Momenten und warm strömendem Gesang, mit dem der Komponist sich seine fiebrigen Erregungszustände von der Seele schreibt. All das gelingt den tschechischen Streichern vom Zemlinsky-Quartett in ihrer Aufnahme hervorragend, so dass die Musik uns mit ihrer atemberaubenden Intensität fesselt. Nicht minder überzeugend klingt das sprödere vierte Quartett, eine Hommage an die Lyrische Suite des kurz zuvor gestorbenen Freundes Alban Berg. Meisterlich!

Marcus Stäbler