Lohnende Begegnung

Seit sein Name in den frühen Langspielplatten-Katalogen erstmals auftauchte, ist die Zahl der Aufnahmen mit Werken von Mieczislaw Weinberg kontinuierlich gewachsen. Hänssler legt in Aufnahmen des SWR jetzt schon die vierte CD mit Kam ­mermusik vor. Deren Programme folgen der nicht unattraktiven Idee, jeweils verwandte Werke Weinbergs und seines Förderers Schostakowitsch zu kombinieren – in diesem Fall ihre beiden einzigen Beiträge zur Gattung des Klavierquintetts.

Beides sind Frühwerke, sie wurden 1940 und 1945 in Moskau uraufgeführt. Beide mit großem Erfolg. Dieser blieb Schostakowitschs Werk seither treu. Aber auch Weinbergs Quin ­tett lohnt das Kennen. Die Realisierungen durch das Szymanowski-Quartett und Matthias Kirschne ­reit sind untadelig bis zum leisesten Pianissimo. Dabei geht Perfektion vor Charakterisierung, optimale Intensität scheint nicht immer erreicht. Doch geht der Eindruck möglicherweise wesentlich auf das Klang ­bild zurück, das im Unterschied zu den fein gezeichneten Strei ­cher ­stim ­men das Klavier breit und flächig abbildet.

Ingo Harden