Ein Programm, das seine Attraktivität aus dem Miteinander dreier Stilebenen bezieht: Zehn charakteristische Miniaturen – oder besser: Konzentrate – aus György Kurtágs vierhändigen „Játékok“-Bänden sind kombiniert mit sieben Transkriptionen von Bach-Chorälen, ebenfalls von Kurtág, und Schuberts später f-Moll-Fantasie. Claves’ Aufnahme nimmt durch ausgewogenen Klang und eine Darstellung für sich ein, die rein spielerisch kaum Wünsche offen lässt. Allerdings klingt es oft, als seien die beiden Londoner Klavierprofessoren vor allem bemüht gewesen, nirgends anzuecken. An die sublime Vergeistigung der Modellaufnahmen, die es von Kurtág selbst und seiner Ehefrau Márta gibt, denkt man besser gar nicht erst.
   

Ingo Harden