Maria Krestinskaya | Dall’Oglio, Violinsonaten

Domenico dall’Oglio machte als einer jener Italiener in St. Petersburg Karriere, die am Aufbau des dortigen Kulturlebens beteiligt waren. Seine zwölf Violinsonaten erschienen 1738 in Paris und orientieren sich teils an Tartini, teils an Vivaldi. Sie bieten durchaus Originelles, etwa in der vierten Sonate eine Fantasie über eine mehrfach weit auf- und wieder absteigende Tonleiter im Bass. Maria Krestinskaya geht die hohen technischen Herausforderungen dieser Stücke offensiv an, manchmal mit etwas zu viel Biss, in dem die altrussische Geigenschule durchschimmert, auch wenn die Solistin grundsätzlich um eine barocke Spielweise bemüht ist. Insgesamt eine lohnende Repertoirebereicherung.


Matthias Hengelbrock