Vanessa Wagner erweitert ihre unkonventionelle Diskografie um eine attraktive Novität: Sie stellt je zwei Werke Mozarts und seines Klavierkonkurrenten Clementi einander gegenüber und spielt sie abwechselnd auf einem Brodmann-Flügel von 1814 und einem Yamaha von heute. Besser lassen sich Werkstile und Instrumente nicht vergleichen. Die Französin spielt klar und sehr gewandt, aber auch ein bisschen flach. Ihr Mozart nimmt weder durch Schmelz noch durch Rhetorik für sich ein. Auch Clementis Sonatenhauptwerk könnte mehr Leuchtkraft vertragen. Immerhin kommt dessen klassizistisches Frühwerk Wagners leicht distanzierter Vortragsart entgegen.

Ingo Harde