Ein schwarzbrauner Hund im Lehnstuhl, der brav ins Nichts blickt. Zwei Fotos drei schwarz gekleideter Herren enthüllt die karge Verpackung auch. Keine einführenden Worte, keine blonde Sängerin, die exquisite Lyrik zelebriert. Aber das Helge Lien Trio gibt sich allein durch seine Musik umso gesprächiger.

Die drei schweigsamen Typen werfen sich die Klänge so geschickt zu, dass sich aus kontrapunktisch versetzten Beiträgen ein dichtes Geflecht ergibt. Der erste Impuls geht immer vom Klavier aus, aber wie Bass und Drums darauf reagieren verrät hohes Können. Wie bei Lien üblich drei Tage im Rainbow Studio in Oslo für acht Stücke des Pianisten, die einmal mehr den Gegenbeweis zu den ‚Nordic Jazz‘-Klischees liefern. Da entpuppt sich Frode Berg, der von Anfang an dabei ist, mit seinem Bassspiel als nicht nur grundsolide – less is more –, die tiefen Pizzicati entwickeln auch einen leisen Gesang. Per Oddvar Johansen ist seit dem Album „Badgers and other beings“ (2014) für Knut Aalefjær dabei. Sein konstant interessantes Spiel ist angereichert mit viel Eigenem und zeigt ihn als den Meisterschüler Jon Christensens. Nach seinen Alben mit Christian Wallumrød sind hier auch viele andere Facetten von Johansens Trommelkunst zur Geltung gebracht. Da wird eine Atmosphäre geschaffen und in andere überführt, glücksversprechend wie die ersten Vogelrufe nach langem Dauerregen.

Es hagelt nur so schöne Momente, aber es gibt auch das Innehalten, kurze Schweigemomente, die mitbewirken, dass dieses „Guzuguzu“ betitelte Album sich zu einem Theater der Klänge öffnet. Helge Lien ist 41 Jahre alt und kommt aus dem Südosten Norwegens, dies ist sein bereits achtes Trioalbum.

Karl Lippegaus