Auf den ersten Blick erscheint das Vorhaben des Posaunisten Andreas Tschopp  äußerst wagemutig. Es konzentriert sich auf die Frage, ob sich der Sound eines indonesischen Gamelan Orchesters auf den Groove eines Jazzquintetts übertragen lässt. Das imponierende Klangbild dieser Orchester, das sich aus dem Zusammenspiel einer Vielzahl unterschiedlich gestimmter Metallofone, Gongs in verschiedenen Größen, Xylofon, Spießgeige, Zither und Trommel ergibt, ist überwältigend. Hinzu kommen exotisch klingende Melodien, die auf zwei Tonskalen basieren.

Ein weiteres Kennzeichen der Gamelan-Musik sind die Wiederholungen der verwendeten Melodien und rhythmischen Muster, wobei das fanfarenhafte, als Bubaran bezeichnete Motiv temperamentvoll den Ausklang eines Events definiert. Für Andreas Tschopp war das die Inspiration für sechs Kompositionen, die er überzeugend mit seiner Band Bubaran umsetzt: Schon in „Scent“ stimmen beim Intro die dramatisch klingenden Gongeinsätze und das nachfolgende imposante Zusammenspiel der Blechbläser auf das zu erwartende Geschehen ein.

Der Sound, den der Leader im Verbund mit dem zweiten mitwirkenden Posaunisten Bernhard Bamert und dem Trompeter Matthias Spillmann kreiert, klingt wie eine Annäherung der in der Gamelan-Musik eingesetzten Metallofone und übt eine magische Wirkung aus. Die Soli der Protagonisten, bei denen sich kurzzeitig der in hohen Lagen angesiedelte Einsatz des Trompeters und die sonoren Chorusse der Posaunisten unterteilen, sind hochklassig. Mit welcher Power Ronny Graupe seine siebensaitige Gitarre einsetzen kann, demonstriert er in dem zunächst von den Bläsern unisono vorgetragenen „Sotto Voce“. Das hymnische Stück erhält durch seine ungewöhnlichen Improvisationen, die wie bengalische Lichter über den Thema-Rezitationen aufleuchten, besondere Kontraste.

Gerd Filtgen