Nathanaël Gouin | Macabre. Liszt: Mephisto-Walzer Nr. 2

Eine Stunde „schauriger“ Liszt mit dem abschließenden „Gretchen“-Satz aus der Faust-Sinfonie (ebenso wie der „Totentanz“ in Liszts eigener Klavierfassung) als tröstlicher Aufhellung: Der knapp 30-jährige Nathanaël Gouin hat sich für sein Solodebüt ein interessantes 83-Minuten-Programm zusammengestellt. Er präsentiert sich dabei als furchtloser Virtuose von beträchtlichem Potenzial. Alle sechs Titel sind in tadelloser Form abgeliefert und erklingen in temporeich stürmischer, schlanker Darstellung, allerdings auf Kosten entschieden herausgespielter Charakterisierung und Konturierung – ein Eindruck, der durch das leicht hallige Klangbild noch verstärkt wird.


Ingo Harden