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Klassik- Leichtigkeit und Tiefe
Wohl jeder Cellist möchte es einmal den Geigern gleichtun: Seitenwege des Repertoires betreten, sich in Miniaturen und Zugabestückchen genießerisch ausleben. Genau dies tut hier Thomas Demenga mit seiner neuesten ECM-Produktion. Das dies nicht nur auf höchstem cellistischen und musikalischen Niveau geschehen würde, sondern auch die Programmkonzeption eine sehr persönliche und ambitionierte Note erhalten würde, war zu erwarten. Demenga präsentiert 20 seiner „Lieblingsstücke“ (die er z. T. selbst bearbeitete) in einer Dramaturgie, die genau durchdacht ist und die Sinn macht, die über Wechselwirkungen und Querverbindungen immer das Ganze im Blick hat.
Demenga gelingt es,einen Bogen zu schlagen von Sulkhan Tsintsadzes „Chonguri“ bis hin zu „New York Honk“, einer humorigen Eigenkomposition.Er nimmt den Hörer mit auf eine Reise, die Halt macht bei Bach- Chorälen (arr. mit Akkordeon-Begleitung), „Drei kurzen Stücken“ Anton Weberns, Faurés „Après un Rêve“ oder Franz Liszts „La lugrubre gondola“. Dabei klingt die Sammlung in der Abfolge viel geschlossener, als es das aus ganz verschieden Stilrichtungen stammende Repertoire erwarten lässt.Genau gerechnete Pausen zwischen den Stücken oder harmonisch genau abgestimmte Übergänge von Werk zu Werk wirken ganz unbewusst verbindend und Einheit stiftend. Selten ist ein „Zugabenprogramm“ so sorgfältig und gedankentief zusammengestellt worden.Von einer Sammlung belangloser „Nichtigkeiten“,die nur der Zerstreuung dienen und „Spaß“ machen sollen, kann keine Rede sein. Hier ist wunderbare, in kleine Formen gegossene Musik zu hören, die sehr gekonnt als Einheit in der Vielfalt dargestellt wurde.
Donnerstag, 17. August 2006
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