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Doppelter Henkel
Selten findet man CD-Booklets, in denen exzellente Werkeinführungstexte, aber kein einziges Wort über die Interpreten enthalten ist. Das Einzige, was die Geschwister Susanna Yoko und Tonio Henkel für notwendig befanden, ist ein Kinderfoto auf der letzten Seite, das sie musizierend im Alter von zwei und drei zeigt.
Unaufgesetzt, dafür überaus fein und ausgewogen ist das Spiel der Henkels, die sich ein dramaturgisch stimmiges Programm sehr unterschiedlicher Komponisten aus dem frühen 20. Jahrhundert zurechtgelegt haben. Da ist – passend zum Händel-Jahr – die brillante Händel-Adaption des norwegischen Kompo nis ten Johan Halvorsen, ein Werk fast wie Schönbergs Klavierquartett-Adaption von Johannes Brahms. Wie dieser hat auch Hal vorsen am Notentext, der Passacaglia aus einer Cembalosuite von Händel, weitgehend nichts verändert. In sich vielfach gebrochen und fragend wirkt dagegen das herb dazu kontrastierende Duo für Violine und Violoncello op. 7 von Zoltán Kodály. Es ist ein Werk voll ungarischer Klangidiome und volksliedartiger Thematik, ein Werk aber auch voller Ernst und klarer Zielsetzung, die Duopartner gleichberechtigt zu behandeln und ideale Klangfarbenverhältnisse herzustellen.
Die Henkels bekennen sich aber auch zu einer gewissen Strenge, was in Hanns Eislers Duo op. 7/1 zum Tragen kommt. Dass Eisler kurz vor Vollendung dieses Werkes mit dem Erbe seines Lehrers Arnold Schönberg gebrochen und einen persönlichen Weg einzuschlagen sich entschieden hatte, spürt man in jedem Takt. Fahl beginnt das Moderato von Erwin Schulhoffs Duo, wobei besonders Tonio Henkel mit satten Celloakzenten für einen raschen dynamischen Aufbau sorgt.
Musik 
Klang 
Halvorsen, Kodály, Eisler, Schulhoff, Duos für Violoncello und Klavier, Susanna Yoko und Tonio Henkel (2009) The Spot Records/Codæx CD 4260000380069 (58’) |
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Mittwoch, 22. Juli 2009
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