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Magerkost
Der Norweger Leif Ove Andsnes hat sich schon als Mittdreißiger den Ruf eines jungen Großen erspielen können. Sicherlich nicht zu Unrecht, sofern es um klavieristisches Handwerk, Zuverlässigkeit und Robustheit geht. Auch hat er oft genug unter Beweis gestellt, dass vor allem die spätromantische Virtuosenliteratur sich bei ihm in guten Händen befindet.
Aber er kann nicht alles. Sein neuerlicher Umgang mit Mozart-Konzerten macht eine seiner Grenzen überdeutlich. Gewiss, er spielt die beiden Konzerte aus Mozarts Wiener Glanzzeit pianistisch untadelig, sein Musizieren im Verein mit Landsleuten klingt schlank und beweglich. Aber vor allem wirkt es merkwürdig unterkühlt und wie unter Zeitnot abgespult – von einem „mozartischen“ Herzton nicht die Spur. Wie man es auch dreht und wendet: Dies ist keine Alternative zu Spitzenversionen wie etwa der neuen Zacharias-CD, sondern eine farblich ausgelaugte Schmalspurfassung großartiger Musik.
Parallel zu Andsnes’ neuer Mozart-Einspielung fasst EMI vier der großen Sonaten Schuberts zusammen, die er in den vergangenen Jahren zu seiner Kammermusik-Serie mit dem Tenor Ian Bostridge als Solist beigesteuert hatte. Auch in ihnen lässt sich nicht der leiseste Versuch ausmachen, über ein nach Korrepetitoren-Art verlässliches und von durchaus bemerkenswertem Spieltemperament getragenes Tönedrücken hinauszukommen und sich in Klang und Melodieführung um charakteristische Schubert-Nähe zu bemühen.
Ich weiß, ich weiß: die vielen rühmenden Andsnes-Kritiken auch aus England und den USA ... Aber wie war das doch mit Ander sens Märchen von „des Kaisers neuen Kleidern“?
Musik 
Klang 
Mozart, Klavierkonzerte KV 453, 466; Leif Ove Andsnes, Norwegisches Kammerorchester (2007) EMI CD 5099950028122 (58’) Schubert, Sonaten D 958-960, 850; Leif Ove Andsnes (2001-2006) EMI 2 CD 5099951644826 (148‘) |
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Dienstag, 15. April 2008
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