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Süffisant
Dass Neue Musik und Humor in den meisten Fällen schlichtweg inkompatible Sphären darstellen, würde wohl kaum jemand ernsthaft bestreiten wollen. Und dennoch: Auch im Kontext progressiver Klangwelten darf gelegentlich herzhaft gelacht werden, insbesondere, wenn der Betrieb sich selber aufs Korn nimmt, was wir spätestens seit Mauricio Kagel zu schätzen wissen.
Bernhard Langs zum Mozart-Jahr 2006 für das Theater an der Wien konzipiertes „I Hate Mozart“ entpuppt sich als herzerfrischend tragikomische „Opera buffa“, die der Realität hinter dem Theater auf der Spur ist und sich im Rahmen einer fiktiven Zauberflöten-Inszenierung den Intrigen, Schrullen und Identitätskrisen ihrer Beteiligten mit süffisanter Einfühlung widmet.
Lang bedient sich dabei gekonnt Sounds, Techniken und Versatzstücken aus Pop und Minimal Music, was auch bei harten Schnitten nie vordergründig klingt – eine seltene Gabe! Vielmehr erscheint der Lang’sche Stilpluralismus, der Mozart-Material entweder bis zur Unkenntlichkeit transformiert oder in kaputten Arien feilbietet, als abgründiges Konglomerat mit berückenden Momenten, die dem gewohnt eloquenten Klangforum Wien und einer rundum überzeugenden Sängerschaft zu verdanken sind.
Dass auch das Szenische mit zurückhaltendem Realismus perfekt gelöst war, belegt die beigefügte DVD mit der kompletten Uraufführung unter der Regie des Librettisten Michael Sturminger. Besonders hervorzuheben: Florian Boesch in der Rol le des erfolgreichen, eitlen und dennoch von Selbstzweifeln gemarterten Star-Diri genten Adriano Morado. Ein fach köst lich seine Proben.
Musik 
Klang 
Lang, I Hate Mozart; Florian Boesch, Dag - mar Schellenberger, Andrea Lauren Brown, Salome Kammer u. a., Vokalen semble NOVA, Klangforum Wien, Johannes Kalitzke (2006) Col legno/HM 2 SACD 9120031340171 (126’) + DVD (126’) |
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Dienstag, 12. August 2008
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