FONO FORUM

DVD

Hier gibt es keine Hand lung, nur ein paar sich aus dem Libretto er schließende Szenen an gaben. Und schon gar keine Bewegungs mög lichkeiten. Freie Hand also für den nicht nur in England hochgeschätzten, in der Forsythe-Nachfolge mitschwimmenden, in sei nen Wer ken gern natur wis sen schaft lichen Fra ge stellungen nachgehenden Choreo graphen Wayne McGregor.


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Händel, Acis and Galatea; Danielle de Niese, Charles Workman, Paul Agnew, Matthew Rose u. a., Choir and Ballet of the Royal Opera House Covent Garden, Orchestra of the Age of Enlightenment, Christopher Hogwood. Regie und Choreographie: Wayne McGregor (2009); Opus Arte/Naxos DVD 809478010258 (110’)

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Dass man Haydn als Opernkomponisten nicht unterschätzen sollte, zeigt dieser Mitschnitt einer Berliner Pro duktion seines „Orlando Paladino“, der auf dem Versepos „Orlando furioso“ von Lodovico Ariosto basiert. René Jacobs und das Freiburger Barockorchester lassen die Partitur glitzern und funkeln und vor dramatischer Energie schier bersten. In den furiosen Finali scheinen Rossinis Verwirrungs-Ensembles schon vorweggenommen.


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Haydn, Orlando Paladino; Marlis Petersen, Tom Randle, Pietro Spagnoli u. a., Freiburger Barockorchester, René Jacobs. Regie: Nigel Lowery u. Amir Hosseinpour (2009); Euro Arts/Naxos 2 DVD 880242577887 (168’)

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Das Beste ist der Einspringer. Während sich bei Rolando Villazón einige Vorstellungen zuvor der Anfang der zweiten Vokal-Auszeit angekündigt hatte, erweist sich der Ersatz Pjotr Beczala als Tenor-Jo ker für die Metropolitan Opera. Stilis tisch fein, herrlich ausgeglichen in den Verblendungen der Register, mit lichter Höhe und schimmernden Legatobögen, so präsentiert der bereits in schwereren Rollen vorsichtig sich vorantastende Pole sich als perfekte Belcanto-Wahl. Und beweist einmal mehr, was man spätestens seit Al fredo Kraus und Carlo Bergonzi weiß. Ein guter Edgardo macht mit seiner herrlichen Finalarie die Wahnsinnsan stren gung so mancher Lucia di Lammermoor zunichte.


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Donizetti, Lucia di Lammermoor; Anna Netrebko, Piotr Beczala, Mariusz Kwiecien u. a., Choir and Orchestra of the Metropolitan Opera, Marco Armiliato; Regie: Mary Zimmerman (2009); DG/Universal 2 DVD 004400734526 (142’)

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Es ist schon ein ulkiger Zufall, wenn kurz hintereinander eine neue CD-Einspielung und eine ältere DVD-Produk tion von Pergolesis „Stabat Mater“ mit Claudio Abbado auf den Markt kommen. Dass uns der Live-Mitschnitt von 1979 aus der Stiftskirche Ossiach in eine ganz andere Zeit entführt, ist nicht nur an der Kleiderund Frisurenmode von Publikum und Sängerinnen und dem konservativ-behutsamen Bildschnitt zu erkennen, sondern auch deutlich zu hören: Im Vergleich zu seiner aktuellen Aufnahme mit dem Orchestra Mozart wählte Abbado vor 30 Jahren erheblich langsamere Tempi; die Instrumentalisten vom Orchester der Mailänder Scala spielten natürlich auf modernen Instrumenten und mit einem viel breiteren, flächigeren Klang, als er ihn heute für dieses Repertoire wählt.


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Pergolesi, Stabat mater; Vivaldi, Concerto g-Moll „per l’orchestra di Dresda“, Concer - to C-Dur; Katia Ricciarelli, Lucia Valentini, Solisten des Orchesters der Mailänder Scala, Claudio Abbado (1979); Medici Arts/Naxos DVD 880242723789 (75’)

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Heute, wo jeder Straßenmusikant eine „CD zur Tour“ mit sich führt, scheint es legitim, dass kleinere Theater ihre Arbeiten auf Tonträgern und DVD verewigen. Und wenn eine Bühne von der Größenordnung des Nationaltheaters Weimar einen kompletten „Ring“ stemmt, dann kann sie darauf stolz sein. Beim Kritiker freilich ruft dieses Unternehmen, das ihm vor Ort durchaus einen gewissen Respekt abgenötigt hätte, nur noch Kopfschütteln hervor, wenn es sich als Videokonserve auf dem Weltmarkt zu behaupten versucht.


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Wagner, Siegfried; Johnny van Hall, Frieder Aurich, Tomas Möwes u. a., Staatskapelle Weimar, Carl St. Clair; Regie: Michael Schulz (2008); Arthaus/Naxos 2 DVD 9783941311350 (251’) (Auch als Blu-ray erhältlich)

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Der Tod ist stets präsent in Olivier Pys Genfer Inszenierung von Jacques Offenbachs „Les contes d’Hoffmann“, ja mehr noch: Kunst, Sex und Tod sieht er als Ziel aller Meisterwerke und sieht es bei Offenbach in besonders eindrücklicher Weise vorgegeben. In seiner Inszenierung (und kongenial unterstützt durch Bühnenbilder und Kostüme von Pierre-André Weitz) wird die Welt zum Versuchslabor, welches sich gleich auf mehreren Bühnenebenen gleichzeitig abspielt – genial visualisierte Doppelbödigkeit.


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Offenbach, Les contes d’Hoffmann; Marc Laho, Stella Doufexis; Patri cia Petibon u. a., Choeur du Grand Théâtre de Genève, Choeur Orpheus de Sofia, Orchestre de la Suisse Romande, Patrick Davin; Regie: Olivier Py (2008); Bel Air/HM 2 DVD 3760115300491 (171’)

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Günther Rennerts „Figaro“-Inszenierungen sind legendär. Rührt es (auch) daher, dass „Figaro“ zur am meisten aufgeführten Oper in Salzburg wurde? 1957 setz te Rennert mit seinem ersten Festspiel-„Figaro“ Maßstäbe, 1966 kehrte er mit einem neuen „Figaro“ (und mit dem versierten Karl Böhm am Pult) ebenso erfolgreich nach Salzburg zurück. Diesmal siedelte er die Oper ganz in einem spätbarocken Rahmen an, der die Vitalität und Lebensfülle des Grafen samt aller Verführungs- und Verwechslungsspiele betont.


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Mozart: Le nozze di figaro; Ingvar Wixell, Claire Watson, Reri Grist, Walter Berry, Edith Mathis u. a., Wiener Philharmoniker, Karl Böhm; Regie: Günther Rennert (1966); Arthaus/Naxos 2 DVD 807280705799 (180’)

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Eduard Lalos kompakte Oper ist kein Meisterwerk, aber mit spezifisch dunklem Ton, einem fast exotisch anmutenden, am Ende ziemlich feuchten Schauplatz und zwei saftigen Frauenrollen hat sich der 1888 uraufgeführte, auf einer bretonischen Legende fußende „König von Ys“ einen Repertoirerandplatz erhalten – zumindest in französischsprachigen Ländern. Er erweist sich als das richtige Stück für Belgiens drittes Opernhaus in Lüttich. Das kann mit den Theatern in Brüssel und Antwerpen/Gent nicht mithalten, hat sich aber geschickt auf kulinarische Rari täten und Sängerfutter konzentriert.


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Lalo, Le roi d’Ys; Giuseppina Punti, Guylaine Girard u. a. Orches tre et Choeur de l’Opéra Royal de Wallonie, Patrick Davin; Regie: Jean-Louis Pichon (2008); Dynamic/KC DVD 007144335922 (108‘)

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Eduard Lalos kompakte Oper ist kein Meisterwerk, aber mit spezifisch dunklem Ton, einem fast exotisch anmutenden, am Ende ziemlich feuchten Schauplatz und zwei saftigen Frauenrollen hat sich der 1888 uraufgeführte, auf einer bretonischen Legende fußende „König von Ys“ einen Repertoirerandplatz erhalten – zumindest in französischsprachigen Ländern. Er erweist sich als das richtige Stück für Belgiens drittes Opernhaus in Lüttich. Das kann mit den Theatern in Brüssel und Antwerpen/Gent nicht mithalten, hat sich aber geschickt auf kulinarische Rari täten und Sängerfutter konzentriert.


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Lalo, Le roi d’Ys; Giuseppina Punti, Guylaine Girard u. a. Orches tre et Choeur de l’Opéra Royal de Wallonie, Patrick Davin; Regie: Jean-Louis Pichon (2008); Dynamic/KC DVD 007144335922 (108‘)

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Hierzulande gilt Donizettis „Maria Stuarda“ immer noch als den Belcantohochburgen vorbehaltene Trouvaille – obwohl vor drei Jahren etwa Freiburg und Gießen bewiesen, dass diese Oper auch an mittleren Häusern und im normalen Repertoire betrieb durchaus ihre Chancen hat. In den lateinischen Ländern hingegen ist Donizettis Drama um die Königinnen aus den Häusern Stuart und Tudor, die ihre Eifersucht und Rivalität in schönsten Wohllaut tauchen, ein spielplantechnischer Normalfall.


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Donizetti, Maria Stuarda; Mariella Devia, Anna Caterina Antonacci, Paolo Gardina, Francesco Meli, Simone Alberghini, Piero Terranova, Chor und Orchester der Mailänder Scala, Antonino Fogliani; Inszenierung: Pieri Luigi Pizzi (2008) Arthaus/Naxos DVD 9783941311060 (151’)

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Leserreise nach Toblach

Leserreise Toblach

Ferien in Gustav Mahlers Urlaubsdomizil: Unsere Leserreise vom 5. bis zum 8 . August 2010 entführt Sie nach Südtirol ins schöne Pustertal. Begeben Sie sich exklusiv mit FONO FORUM bei den Toblacher Gustav Mahler Musiktagen in die abenteuerlichen Klanglandschaften des großen Sinfonikers. Lernen Sie bei Konzerten und Ausflügen eine der betörendsten Alpenregionen kennen – mit gewohnt fachkundiger Betreuung.

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Mit einer umfangreichen Jubiläums-Ausgabe und einer großen Gala feierte das Klassik-Magazin FONO FORUM seinen 50. Geburtstag. Lesen Sie hier ausgewählte Zeitungsartikel oder hören Sie in die Beiträge verschiedener Radio-Sender hinein.

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