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Hier gibt es keine Hand lung, nur ein paar sich aus dem Libretto er schließende Szenen an gaben. Und schon gar keine Bewegungs mög lichkeiten. Freie Hand also für den nicht nur in England hochgeschätzten, in der Forsythe-Nachfolge mitschwimmenden, in sei nen Wer ken gern natur wis sen schaft lichen Fra ge stellungen nachgehenden Choreo graphen Wayne McGregor.
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Dass man Haydn als Opernkomponisten nicht unterschätzen sollte, zeigt dieser Mitschnitt einer Berliner Pro duktion seines „Orlando Paladino“, der auf dem Versepos „Orlando furioso“ von Lodovico Ariosto basiert. René Jacobs und das Freiburger Barockorchester lassen die Partitur glitzern und funkeln und vor dramatischer Energie schier bersten. In den furiosen Finali scheinen Rossinis Verwirrungs-Ensembles schon vorweggenommen.
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Das Beste ist der Einspringer. Während sich bei Rolando Villazón einige Vorstellungen zuvor der Anfang der zweiten Vokal-Auszeit angekündigt hatte, erweist sich der Ersatz Pjotr Beczala als Tenor-Jo ker für die Metropolitan Opera. Stilis tisch fein, herrlich ausgeglichen in den Verblendungen der Register, mit lichter Höhe und schimmernden Legatobögen, so präsentiert der bereits in schwereren Rollen vorsichtig sich vorantastende Pole sich als perfekte Belcanto-Wahl. Und beweist einmal mehr, was man spätestens seit Al fredo Kraus und Carlo Bergonzi weiß. Ein guter Edgardo macht mit seiner herrlichen Finalarie die Wahnsinnsan stren gung so mancher Lucia di Lammermoor zunichte.
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Es ist schon ein ulkiger Zufall, wenn kurz hintereinander eine neue CD-Einspielung und eine ältere DVD-Produk tion von Pergolesis „Stabat Mater“ mit Claudio Abbado auf den Markt kommen. Dass uns der Live-Mitschnitt von 1979 aus der Stiftskirche Ossiach in eine ganz andere Zeit entführt, ist nicht nur an der Kleiderund Frisurenmode von Publikum und Sängerinnen und dem konservativ-behutsamen Bildschnitt zu erkennen, sondern auch deutlich zu hören: Im Vergleich zu seiner aktuellen Aufnahme mit dem Orchestra Mozart wählte Abbado vor 30 Jahren erheblich langsamere Tempi; die Instrumentalisten vom Orchester der Mailänder Scala spielten natürlich auf modernen Instrumenten und mit einem viel breiteren, flächigeren Klang, als er ihn heute für dieses Repertoire wählt.
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Heute, wo jeder Straßenmusikant eine „CD zur Tour“ mit sich führt, scheint es legitim, dass kleinere Theater ihre Arbeiten auf Tonträgern und DVD verewigen. Und wenn eine Bühne von der Größenordnung des Nationaltheaters Weimar einen kompletten „Ring“ stemmt, dann kann sie darauf stolz sein. Beim Kritiker freilich ruft dieses Unternehmen, das ihm vor Ort durchaus einen gewissen Respekt abgenötigt hätte, nur noch Kopfschütteln hervor, wenn es sich als Videokonserve auf dem Weltmarkt zu behaupten versucht.
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Der Tod ist stets präsent in Olivier Pys Genfer Inszenierung von Jacques Offenbachs „Les contes d’Hoffmann“, ja mehr noch: Kunst, Sex und Tod sieht er als Ziel aller Meisterwerke und sieht es bei Offenbach in besonders eindrücklicher Weise vorgegeben. In seiner Inszenierung (und kongenial unterstützt durch Bühnenbilder und Kostüme von Pierre-André Weitz) wird die Welt zum Versuchslabor, welches sich gleich auf mehreren Bühnenebenen gleichzeitig abspielt – genial visualisierte Doppelbödigkeit.
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Günther Rennerts „Figaro“-Inszenierungen sind legendär. Rührt es (auch) daher, dass „Figaro“ zur am meisten aufgeführten Oper in Salzburg wurde? 1957 setz te Rennert mit seinem ersten Festspiel-„Figaro“ Maßstäbe, 1966 kehrte er mit einem neuen „Figaro“ (und mit dem versierten Karl Böhm am Pult) ebenso erfolgreich nach Salzburg zurück. Diesmal siedelte er die Oper ganz in einem spätbarocken Rahmen an, der die Vitalität und Lebensfülle des Grafen samt aller Verführungs- und Verwechslungsspiele betont.
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Eduard Lalos kompakte Oper ist kein Meisterwerk, aber mit spezifisch dunklem Ton, einem fast exotisch anmutenden, am Ende ziemlich feuchten Schauplatz und zwei saftigen Frauenrollen hat sich der 1888 uraufgeführte, auf einer bretonischen Legende fußende „König von Ys“ einen Repertoirerandplatz erhalten – zumindest in französischsprachigen Ländern. Er erweist sich als das richtige Stück für Belgiens drittes Opernhaus in Lüttich. Das kann mit den Theatern in Brüssel und Antwerpen/Gent nicht mithalten, hat sich aber geschickt auf kulinarische Rari täten und Sängerfutter konzentriert.
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Eduard Lalos kompakte Oper ist kein Meisterwerk, aber mit spezifisch dunklem Ton, einem fast exotisch anmutenden, am Ende ziemlich feuchten Schauplatz und zwei saftigen Frauenrollen hat sich der 1888 uraufgeführte, auf einer bretonischen Legende fußende „König von Ys“ einen Repertoirerandplatz erhalten – zumindest in französischsprachigen Ländern. Er erweist sich als das richtige Stück für Belgiens drittes Opernhaus in Lüttich. Das kann mit den Theatern in Brüssel und Antwerpen/Gent nicht mithalten, hat sich aber geschickt auf kulinarische Rari täten und Sängerfutter konzentriert.
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Hierzulande gilt Donizettis „Maria Stuarda“ immer noch als den Belcantohochburgen vorbehaltene Trouvaille – obwohl vor drei Jahren etwa Freiburg und Gießen bewiesen, dass diese Oper auch an mittleren Häusern und im normalen Repertoire betrieb durchaus ihre Chancen hat. In den lateinischen Ländern hingegen ist Donizettis Drama um die Königinnen aus den Häusern Stuart und Tudor, die ihre Eifersucht und Rivalität in schönsten Wohllaut tauchen, ein spielplantechnischer Normalfall.
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