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Wenn vier Streicher der Berliner Philharmoniker ein Vierteljahrhundert gemein sam musizieren, ist ein gewisses handwerkliches und klangliches Niveau garantiert: Das zeigt auch die hier vorliegende neue Schu mann-Aufnahme, die Ende 2008 entstanden ist – wenige Wochen vor dem plötzlichen Tod des Cellisten Jan Diesselhorst.
Musik 
Klang 
Schumann, Streichquartette op. 41; Philharmonia-Quartett Berlin (2008); Thorofon/KC CD 003913125545 (79’) |
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Seit sie 1996, noch ein Twen, bei BIS ihre erste CD einspielte, ist Fumiko Shiraga zur medialen Spezialistin für kammermusikalische Konzertarrangements geworden. Sie ist derzeit unbestritten die „erste Adresse“ in diesem nicht reizlosen Nischenrepertoire. Und sie will es offenbar bleiben. Nach ihren Aufnahmen mit Klavierkonzerten von Chopin, Beethoven und Mozart hat sie sich jetzt Mendelssohn vorgenommen. Der versierte und wendige Cord Garben hat ihr dafür, sich auf eine briefliche Äußerung des Komponisten beziehend, den Orchesterpart der beiden Konzerte op. 25 und 40 auf Streichquintettfassung reduziert und gleich noch Klaviertrio-Versionen von sechs „Liedern ohne Worte“ mitgeliefert.
Musik 
Klang 
Mendelssohn, Klavierkonzerte Nr. 1 und 2; 6 Lieder ohne Worte (arr. Cord Garben). Fumiko Shiraga, Klavier; Nathan-Quartett, Bernd Konzett, Kontrabass (2009); Claves/KC CD 7619931291024 (64‘) |
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Die Achtel in der Begleitung sind sehr trocken artikuliert; der Liegeton in der Bratsche klingt ganz ohne Vibrato, und der Abschluss des ersten Themenabschnitts wirkt wie mit dem Lineal gezogen: Zu Anfang des c-Moll-Quartetts von Brahms betont das Quatuor Ébène die klaren, beinahe klassischen Konturen der Musik – keine Spur von romantischem Überschwang oder Schwelgerei. Jedenfalls noch nicht. Stattdessen konzentrieren sich die Interpreten auf die dichten motivischen Verflechtungen im Kopfsatz; man kann förmlich nachspüren, wie intensiv der Komponist über der Partitur gebrütet hat. Dabei vereinen die vier Franzosen ihren analytischen Blick mit musikantischem Temperament; die Strukturen sind zwar transparent, aber keineswegs blutleer.
Musik 
Klang 
Brahms, Streichquartett Nr. 1, Klavierquintett; Akiko Yamamoto (Klavier), Quatuor Ébène (2007/2008); Virgin/EMI CD 099921662225 (78’) |
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Zweifellos eine originelle Zusammenstellung. Alles endet mit einer Bearbeitung von Luciano Berios „Musica leg ge - ra“, eine Zugabe im Diskreten und Leisen. Bis dahin hat der Hörer drei sehr unterschiedliche Musiksprachen kennen gelernt, darunter die von Carl Nielsen, dessen „Serenata in vano“ in dieser Aufnahme mit dem Baborák-Ensemble und dem Klarinettisten Wenzel Fuchs von einer melancholischen, doch nie ins Depressive abdriftenden Stimmung lebt. Das Schwanken dieser Musik zwischen zarter Traurigkeit, naiver Waldhorn-Romantik und wiederkehrender Vitalität ist hier treffend, stimmungsintensiv eingefangen.
Musik 
Klang 
Martinu, Nielsen, Koechlin, Berio, Kammermusikwerke; Baborák-Ensemble, Wenzel Fuchs (2008); Supraphon/Codæx CD 099925399825 (60’) |
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Auch wenn man verstehen kann, dass eine Gambistin wie Hille Perl darüber unzufrieden ist, dass Bach nur drei Gambensonaten hinterlassen hat, bleibt die Frage, ob deswegen jedes Mittel recht sein darf.
Musik 
Klang 
Bach, Orgeltrios, bearbeitet für Viola da Gamba und Cembalo; Hille Perl, Christine Schornsheim, Lee Santana (2009); DHM/Sony CD 886975269723 (74’) |
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Im Grunde sei es gar kein Unterschied, ob man für Stimme ein Solostück schreibe oder für ein Instrument, hat Aribert Reimann einmal angemerkt, und in der Tat verlangt seine Gesangsbehandlung oft geradezu instrumentale Gelenkigkeit, während seine instrumentalen Monologe einen ausgeprägten Sinn fürs Kantable erfordern.
Musik 
Klang 
Reimann, div. Werke; Jörg Widmann, Mojca Erdman, Axel Bauni , WDR-Sinfonieorchester Köln, Peter Rundel (2007); Capriccio/Naxos CD 845221050201 (63’) |
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Das hier als „Bach – Complete Chamber Music For Flute“ angekündigte Programm wirft bezüglich „complete“ Fragen auf. So fehlen die Flötensonaten BWV 1031 und 1033, auch hätte die (allerdings angezweifelte) Sonate BWV 1020 das Programm bereichert. Überraschend schließt die Zusammenstellung dann mit dem „Musikalischen Opfer“ BWV 1079, in dembekanntlich das Cembalo dominiert und die Flöte nur eine untergeordnete Rolle spielt. Auch sonst liebt der Flötist Jed Wentz Überraschungen: Da der zweite Teil des ersten Satzes von BWV 1032 verloren gegangen ist, bricht man bei dieser Einspielung jäh ab, um nach einer Pause mit der Schlusskadenz wieder einzusetzen, da Wentz die an dieser Stelle sonst üb lichen Rekonstruktionen ablehnt.
Musik 
Klang 
Bach, Sämtliche Kammermusik für Flöte; Jed Wentz u. a. (2008) Brilliant 2 CD 5028421938141 (131’) |
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Nicht nur unser Interview auf Seite 40 beweist, dass Daniel Hope der geborene Vermittler ist. Auch die neue CD zeigt den Virtuosen als einen Botschafter zwischen den Welten, der mit musikantischem Elan– im besten Sinne des Wortes – die Barockmusik in dieNähe unserer Zeit rückt.
Musik 
Klang 
Air –Werke von Falconieri, Westhoff, Bach u. a.; Daniel Hope, Lorenza Borrani, Lucy Gould u. a. (2009) DG/Universal CD 002894778094 (64’) |
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Das erste gemeinsame Album „Two Worlds“, in dem sich Jazz und Klassik in klangvoller Eintracht begegneten, brachte ihnen eine Grammy-Nominierung ein und hielt sich wochenlang in den amerikanischen „Billboard“ Classical-Charts. Dass der Gitarrist Lee Ritenour und der Pianist Dave Grusin auf der Woge dieses Erfolges ein weiteres Projekt ähnlicher Machart auf den Weg bringen würden, verwundert kaum.
Musik 
Klang 
Amparo - Werke von Grusin, Fauré, Vaughan Williams, Jobim, Ravel, Albinoni, Händel u. a.; Lee Ritenour, Dave Grusin, Renée Fleming, Joshua Bell, James Taylor u. a.; (2007-2008) Decca/Universal CD 602517653047 (67’) |
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Es wundert kaum, dass Sven-Ingo Koch (Jahrgang 1974) auf konstruktive Durchdringung des Materials genauso viel Wert legt wie auf die bewusste Vermischung verschiedener musikalischer Sphären, sind Nicolaus A. Huber und Brian Ferneyhough doch gleichermaßen prägend für ihn gewesen. Kochs Idee klanglicher Heterogenität hat jedoch mit gefälligem Stilpluralismus nichts am Hut. Seine „dissonanten Montagen“ aus Instrumen tal klang und Elektronik transformieren und manipulieren ihr Material mit ganz unterschiedlichem Wiedererkennungswert und suchen auf höherer, struktureller Ebene nach Annäherung. Das geschieht in diesem Porträt der „Edition zeitgenössische Musik“ des Deutschen Musikrates mit unterschiedlicher Überzeugungskraft.
Musik 
Klang 
Koch, Ungleichzeitiges, Der Durchbohrte, Die Überwindung des großen Klaffens u. a.; div. Interpreten (2004-2008) Wergo/Note 1 CD 4010228657326 (77’) |
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