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Als ihren Beitrag zum Chopin-Jubiläum legt Olga Kern trotz der fast unübersehbar gewordenen Diskographie kein nonkonformistisches Programm aus Raritäten oder Populärem vor, sondern beschränkt sich auf die beiden zentralen Sonaten – ohne jede „interessante“ Zugabe. Dem hohen Anspruch, der da raus spricht, wird die 35-jährige Gewinnerin des Van-Cli burn-Wettbewerbs 2001 auf weiten Strecken gerecht, bei einem Blick zurück auf ihre ersten Studioproduktio-nen lässt die Aufnahme einen erheblichen künstlerischen Fortschritt erkennen.
Musik 
Klang 
Chopin, Sonaten b-Moll und h-Moll; Olga Kern (2005/2008); Harmonia mundi CD 093046746421 (59‘) |
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Bereits vor acht Jahren hat Anne Queffélec dieses Haydn-Album mit drei Sonaten und den f-Moll-Variationen produziert, und man fragt sich, warum es so lange „reifen“ musste: Denn es ist eines der schönsten, überzeugendsten Bei trä ge zum gerade abgelaufenen Haydn-Jahr 2009. Der wunderbar verinnerlichte, kontemplative Adagio-Satz in Haydns später Es-Dur-Sonate – mit der sie ihre Auswahl eröffnet – scheint mir dabei charakteristisch zu sein für Anne Queffélecs gelassen-souveränes, dabei schnörkellos-klares Haydn-Spiel. Eine Musizierhaltung, eine Anschlagskultur, die geprägt ist von erfrischender Gedankenklarheit, asketischer Schlichtheit und zugleich von einer tiefen Empfindsamkeit und einer Intensität des Gefühls, wie man sie in dieser Kombination nur selten antrifft.
Musik 
Klang 
Haydn, Klaviersonaten, Variationen f-Moll; Anne Queffélec (2001); Mirare/HM CD 3760127221043 (64’) |
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Es gab eine Zeit, da war „live“ noch live und ein Mitschnitt ein Mitschnitt. Dann kam die Fehlerkorrektur per Tonband, und in den 1960er Jahren begann mit dem Aufplustern alter Monoaufnahmen auf quasi-stereophonen „Widesound“ das elektronische Manipulieren – was damals noch heftige Diskussionen auslöste. Heute kann man schon mit jeder mittelprächtigen Soundkarte Nachbearbeitung fast ohne Ende betreiben, die Praxis, mit Fingerspitzengefühl betrieben, wird inzwischen auch bei künstlerischen oder historischen Dokumenten weitgehend akzeptiert.
Musik 
Klang 
Rachmaninoff Plays Rachmani; (1921-1942); RCA/Sony CD 886974897125 (78’) |
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Zu Bach ist alles gesagt und alles gespielt, glaubt man, und nach Glenn Gould gibt es keinen wirklich neuartigen Zugang zu Bachs Klaviermusik am Konzertflügel. Alles Irrtümer, wie einen der 1977 geborene Pianist Andrea Bacchetti mit seiner Doppel-CD belehrt. Die „Goldberg-Varia tionen“ und die „Englischen Suiten“ hat er schon früher aufgenommen, jetzt präsentiert er die zwei- und dreistimmigen Inventionen (beziehungsweise Sinfonien) und andere Werke. Miniaturen sind das, aber keine Übungs- und Schülerstücke – bei ihm! Das fröhliche Thema der Es-Dur-Invention wird versonnen, wie beiläufig dahingespielt und von den laufenden Begleitfiguren mal oben und unten umrankt, wie eine schöne Blume.
Musik 
Klang 
Bach, Zweistimmige Inventionen, Sinfonien u. a.; Andrea Bacchetti (2008); Dynamic/KC 2 CD 8007144606299 (151’) |
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Zwei Jahrhunderte liegen zwischen Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ und Schostakowitschs „Präludien und Fugen“. Obwohl das Werk des Deutschen wie auch des Russen den Nimbus des Vollendeten und Unantastbaren genießt, hat Bernd Glemser eine Auswahl aus Bachs 48 Präludien und Fugen der beiden Bände des „Wohltemperierten Klaviers“ mit Stü cken aus Schostakowitschs op. 87 kombiniert.
Musik 
Klang 
Bach, Schostakowitsch, Präludien und Fugen; Bernd Glemser (2008); Oehms/HM CD 4260034867383 (62’) |
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Im Jahr 1985 hatten einige Klavier musikfreunde das besondere Glück, Maurizio Pollini in seinen ersten öffentlichen Konzerten von Bachs „Wohltempe riertem Klavier I“ erleben zu dürfen. Die Fangemeinde des italienischen Starpianisten spekulierte damals darauf, dass den Recitals eine Aufnahme folgen würde. Doch das geschah nicht. Er ließ sich – wie schon so oft in seiner Karriere – noch Zeit mit die sem gewichtigen Projekt, überdachte und perfektionierte seine Deutungen und spielte den Zyklus erst in den letzten beiden Jahren ein. Das Ergebnis kann sich wahrlich hören lassen.
Musik 
Klang 
Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Maurizio Pollini (2008); DG/Universal 2 CD 0028947780786 (110’) |
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Angela Hewitt, die auf dem Coverfoto in einladend-überschwänglicher Pose die Tür aufhält zum Eintritt in die Welt Händels und Haydns, hat einen interessanten Weg als Künstlerin zurückgelegt. Wie schon ihre zweite Einspielung von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ (siehe FF 7/09) zeigt auch diese Zusammen stel lung ausgesuchter Preziosen der Klaviermusik Hän dels und Haydns eine entschiedene Abkehr von der objektivierenden „Sachlichkeit“, die ihre Anfänge in den 1980er Jahren noch prägte.
Musik 
Klang 
Händel, Chaconne G-Dur, Suiten Nr. 2 und 8; Haydn, Variationen f-Moll, Sonate Es- Dur; Angela Hewitt (2008/2009); Hyperion/Codæx CD 034571177355 (67‘) |
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Nach seiner viel beachteten Einspielung der Partiten 2 bis 4 präsentiert Murray Perahia nun die Werke 1, 5 und 6 des Bach’schen Zyklus. Im Vordergrund seiner Deutungen steht das melodische Ausformen, das mit einer eminenten Klangkontrolle einhergeht: Niemals platzt ein Ton einer melodischen Linie vorlaut heraus, und allein für seine Fähigkeit abzuphrasieren hätte Perahia schon einen Platz im pianistischen Olymp sicher. Seine schlanke Tongebung, die jegliche klanglichen Härten vermeidet, garantiert auch bei polyphonen Verflechtungen die Durchhörbarkeit jeder einzelnen Stimme.
Musik 
Klang 
Bach, Partiten; Murray Perahia (2008); Sony CD 886974436126 (69’) |
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Das schwedische Riesenprojekt, die erste, rund sieben Stunden Spielzeit erfordernde Gesamteinspielung der einhundert transzendentalen Etüden von Kaikhosru Sorabji, geht in die zweite Runde: Drei Jahre nach dem Start (siehe FONO FORUM 8/06) legen Fredrik Ullén und BIS die zweite CD mit den Etüden Nr. 26 bis 43 vor.
Musik 
Klang 
Sorabji, 100 Transcendental Studies, Nr. 26-43; Fredrik Ullén (2005/2006) BIS/KC CD 7318590015339 (76’) |
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Der niederländische Pianist Roland Brau ti gam gilt bereits seit Jahren als Virtuose auf historischen Hammerflügeln. Nach dem er schon in den 1990er Jahren das komplette Klavierwerk Haydns und Mo zarts im Originalklang wiederbelebt hatte, arbeitet er seit 2004 auch an einem SACD-Zyklus von Beethovens Klavierwerk; und schon die ersten Folgen bescherten ihm exzellente Kritiken für seinen ganz und gar unmusealen, lebendigen und attackierenden Interpretationsansatz.
Musik 
Klang 
Beethoven, Klaviersonaten Vol. 7; Ronald Brautigam (Fortepiano) (2008) BIS/KC SACD 7318599916125 (69’) |
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