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Sieben Opern Georg Friedrich Händels hat der amerikanische Barock spezialist Alan Curtis bislang eingespielt, darunter als jüngste eines der Schmerzenskinder des Hallenser Meisters: „Berenice, Regina d'Egitto“ von 1737. Das Werk um die ägyptische Königin, die sich in eine Affäre verstrickt und in den Konflikt zwischen Liebe und Staatsräsongerät, kam auf nur vier Aufführungen (das Opernhaus Covent Gar den, für das Händel damals schrieb, war in eine schlimme finanziellen Krise geraten), wurde danach gründlich vergessen und erst beinahe 250 Jahre später, 1985 – im Jahr der 300. Wieder kehr von Händels Geburtstag – ausgegraben.
Musik 
Klang 
Händel, Berenice; Klara Ek, Ingela Bohlin, Franco Fagioli, Romina Basso u. a.; Il Complesso Barocco, Alan Curtis (2009); Virgin/EMI 3 CD 5099962853620 (167’) |
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Die Renaissance der französischen Barock-Oper verdankt dem Dirigenten Jean-Claude Malgoire wesentliche Impulse. Deshalb wäre es unfair, seine Arbeiten ad acta zu legen, nur weil unterdessen William Christie und Mark Minkowski neue Maßstäbe gesetzt haben. Malgoires vor 20 Jahren entstandene Einspielung der Komischen Oper „Platée“, die ursprünglich den Gattungstitel „ballet-bouffon“ trug, kann sich neben aktuellerer Konkurrenz durchaus noch hören lassen.
Musik 
Klang 
Rameau, Platée; Bruce Brewer, Isabelle Poulenard, Gilles Ragon, Nicolas Rivenq u.a., Membres de l’Ensemble Sagittarius, La Grande Écurie & La Chambre du Roy, Jean-Claude Malgoire (1988) Calliope/HM 2 CD 794881936724 (138’) |
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Dass das Mannheimer Nationaltheater den „Alessandro“ des Neapolitaners Gian Francesco de Majo im Mai 2008 wieder in sein Repertoire aufnahm, war eigentlich keine schlechte Idee: Schließlich hatte der früh gestorbene Komponist diese Seria, eine der rund siebzig Vertonungen des Metastasio-Librettos über den Indien feld zug Alexanders des Großen, im Jahr 1767 im Auftrag des Herzogs Karl Theodor für den Mannheimer Hof geliefert.
Musik 
Klang 
de Majo, Alessandro; Lars Möller, Marie-Belle Sandis, Cornelia Ptassek u. a., Herrenchor des Nationaltheaters Mannheim, Nationaltheaterorchester Mannheim, Tito Ceccherini (2008/2009); Coviello/Note 1 2 CD 4039956209119 (129’) |
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Auch in Australien hat die historische Aufführungspraxis Einzug erhalten. Es sind eine Hand voll Instrumentalensembles, die sich um die in der Regel europäische Barockmusik kümmern. Die Pinchgut Ope ra in Sydney dagegen wagt sich an ambitionierte Musiktheaterprojekte.
Musik 
Klang 
Henry Purcell, The Fairy Queen; Sara Macliver, Sally-Anne Russell, Stephen Bennett u. a., Orchestra of the Antipodes, Antony Walker (2003); ABC/Codæx 2 CD 0028947628798 (144’) |
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Nicola Porpora war einer der berühmtesten Gesangslehrer und Opernkomponisten seiner Zeit. Sein Betätigungsfeld umfasste Neapel, Rom, Venedig, Wien, Dresden und London, wo er 1733-1737 von der Opera of the Nobility engagiert wurde, um Händel Konkurrenz zu machen. Neben Leonardo Leo und Leonardo Vinci gilt Porpora als Hauptvertreter des modernen neapolitanischen Stils; indes zeigen sich in seinen Werken auch deutliche Züge der alten italienischen Schule, wie auch bisweilen Übernahmen französischer Stilelemente zu erkennen sind.
Musik 
Klang 
Porpora, Opernarien; Karina Gauvin, Il Complesso Barocco, Alan Curtis (2008); Atma/MW CD 722056259026 (79’) |
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„Megérheztünk. Íme lássad: Ez a kékszakállú vára.“ Wo versteht man das schon, außer in Ungarn selbst? (Es sind die ersten Worte in Béla Bartóks Operndichtung „Herzog Blaubarts Burg, zu Deutsch etwa: „Da sind wir nun. Endlich siehst du Blaubarts Burg.“) Das Problem ist freilich, dass die Musik dieses Werks in dialektischer Beziehung zum Wort steht, nicht nur dessen sich anschmiegende Hülle ist. Klar, es geht auch um Seelenbilder, die in der Musik ihren adäquaten Ausdruck finden, aber zugleich um deren Analyse. Darf man der Musik also Priorität einräumen, das Klangereignis über die Mittei lung stellen? Ein Problem, das auch etwa für Aufführungen der Opern Leos Janáceks gilt, in denen die tschechisch-mährische Sprache so bedeutsam ist.
Musik 
Klang 
Bartók, Herzog Blaubarts Burg; Elena Zhidkova, Willard White, London Symphony Orchestra, Valery Gergiev (2009); LSO/Note 1 CD 822231168522 (59’) |
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Einige Jahre bevor er seine „Lustigen Weiber“ schrieb, war Otto Nicolai in Italien ein ernst zu nehmender Konkur rent des aufstrebenden Verdi. Seine 1840 in Turin unter dem Titel „Il templario“ urauf ge führte Vertonung des Romans „Ivan hoe“ erlebte 70 Produktio nen. Doch irgendwann ist die Partitur verschollen, so dass der Komponist lange nicht von der Belcanto-Renaissance unserer Tage profitieren konnte. Nun gelang es dem Musikwissenschaftler Michael Wittmann, das Notenmaterial aufzustöbern, und das ambitionierte Chem nitzer Opernhaus machte die Probe aufs Exempel.
Musik 
Klang 
Nicolai, Il templario; Kouta Räsänen, Stanley Jackson, Judith Kuhn u. a., Chor der Oper Chemnitz, Robert-Schumann- Philharmonie, Frank Beermann (2008); CPO/JPC 2 CD 761203743421 (149’) |
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Mit Puccinis „La rondine“ tat sich die Musikwelt seit jeher schwer. Was eigentlich eine deutsche Operette hätte werden sollen, komponiert auf ein für Puccini ins Italienische übersetztes Libretto, das für Aufführungen dann wiederum ins Deutsche rückübersetzt hätte werden sollen – nun ja, aus all diesen Vorhaben wurde nichts, weil der Erste Weltkrieg dazwischenkam. Zwar komponierte Puccini das Werk trotzdem, allerdings nun als italienische Komödie. Trotz erfolgreicher Uraufführung 1917 in Monte Carlo war er mit dem dritten Akt nicht zufrieden und änderte das Werk, manchmal nur für eine bestimmte Aufführung, 1917 bis 1921 mehrmals um.
Musik 
Klang 
Puccini, La rondine; Svetlana Vassileva, Maya Dashuk, Fabio Sartori u. a., Orchester und Chor des Puccini-Festivals Torre del Lago, Alberto Veronesi (2007); Naxos 2 CD 730099025379 (113’) |
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Nach wie vor fristen Haydns Opern ein Fußnotendasein im heutigen Musikleben. Dabei nehmen sie in seinem Gesamtwerk einen durchaus repräsentativen Raum ein: Wohl an die zwei Dutzend Opern hatte er im Laufe von 40 Jahren komponiert, und sie gehörten damals europaweit zu den erfolgreichsten. Zudem amtierte Haydn in den 1970er und 1980er Jahren des 18. Jahrhunderts gleichsam hauptberuflich als Opern kapellmeister am Operntheater seines Fürsten Nikolaus Joseph Esterházy. In dieser Zeitspanne dirigierte er etwa 140 verschiedene Opern in insgesamt über eintausendAufführungen.
Musik 
Klang 
Haydn, Die Feuersbrunst; Otto Katzameier, Andreas Karasiak, Isa Katharina Gericke, Ferdinand von Bothmer, Capella Augustina, Andreas Spering (2006) CPO/JPC 2 CD 761203721320 (92’) |
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Vermutlich passt Wagners „Parsifal“ nach Erl zu Gustav Kuhns Tiroler Festspielen wie sonst nur noch nach Bayreuth. Der Mitschnitt, der nun bei Kuhns Label Col Legno herauskam, trägt eindeutig den Stempel von Erls König: Der Dirigent legt mit dem hochinspirierten Festspielorchester eine diskussionswürdige Interpretation vor. Es scheint ihm freilich mehr um die Inte gra tion als um ein Betonen der Gegensätze zu gehen.
Musik 
Klang 
Wagner, Parsifal; Thomas Gazheli, Manfred Hemm, Michael Baba, Martina Tomcic, Michael Kupfer u. a. Orchester und Chor der Tiroler Festspiele, Gustav Kuhn (2007) Col Legno/HM 3 CD 9120031340508 (217’) |
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