Nach Ligetis Le grand macabre in der Elbphilharmonie beim Musikfest Hamburg. Bild: Peter Hundert
Nach Ligetis Le grand macabre in der Elbphilharmonie beim Musikfest Hamburg. Bild: Peter Hundert

Musikfest Hamburg ging zu Ende

Mit einer konzertanten Aufführung von Strawinskys Oper »The Rake’s Progress« mit Barbara Hannigan ist das 4. Internationale Musikfest Hamburg zu Ende gegangen. Im Verlauf des gut vierwöchigen Festivals wurden rund 77.000 Besucher gezählt.

Rund einen Monat lang bis Ende Mai präsentierten sich im Rahmen des Musikfests, das in diesem Jahr unter dem Motto »Identität« stand, neben den drei großen Orchestern der Stadt sowie dem Ensemble Resonanz viele internationale Solisten und Ensembles in 60 Konzerten mit 45 unterschiedlichen Programmen. Die Veranstalter – HamburgMusik, NDR, Philharmonisches Staatsorchester, Staatsoper Hamburg, Symphoniker Hamburg, Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette, Kampnagel Internationale Kulturfabrik und die HALLO!-Festspiele – freuen sich über 77.000 Zuschauer. Ein Großteil des Musikfests fand in den beiden Sälen der Elbphilharmonie statt. Weitere Spielorte waren die Laeiszhalle, Kampnagel sowie das Kraftwerk Bille.  

Im Zentrum des Musikfests standen Aufführungen bedeutender Werke des ungarisch-österreichischen Komponisten György Ligeti. Dazu zählen unter anderem seine 18 »Études pour piano«, die der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard spielte. Ein weiterer Markstein war die Inszenierung von Ligetis einziger Oper »Le Grand Macabre«, die an drei Abenden zu erleben war. Die Produktion wurde an die Gegebenheiten des Großen Saals der Elbphilharmonie angepasst. Die Regie lag in den Händen von Doug Fitch. Am Pult stand der designierte Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters ab der Saison 2019/20, Alan Gilbert. Eine Aufzeichnung der Aufführung ist als Video on Demand auf den digitalen Kanälen der Elbphilharmonie zu sehen.  

Anne-Sophie Mutter gastierte zwei Mal mit dem Kammerorchester Wien-Berlin mit einem Mozart-Programm, das Orchestre de Paris gab unter seinem Chefdirigenten Daniel Harding ein über zwei Abende verteiltes Gastspiel mit Musik von Beethoven, Berlioz und Britten. Zu erleben war zudem das »Lab.Oratorium« mit Musik von Philippe Manoury in der Regie von Nicolas Stemann mit dem Gürzenich Orchester Köln, Gesangssolisten und Schauspielern sowie Chor (Leitung François-Xavier Roth).  

Auf Kampnagel zeigte Choreografin Sasha Waltz ihre Produktion »Kreatur«. Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie waren an mehreren Tagen unter dem Obertitel »Blues der Großstadt« Konzerte von vier Ensembles zu erleben, die in ihrer Musik zwar die ursprünglichen Klangfarben und Codes ihrer Vorfahren hegen und pflegen, sie aber zeitgleich den Einflüssen jener Städte aussetzen, in die es sie selbst aus den unterschiedlichsten Gründen verschlagen hat. Die nächste Ausgabe des Musikfests steht unter dem Motto »Glauben«, rückt die Komponisten Sofia Gubaidulina ins Zentrum und läuft vom 24. April bis 25. Mai 2020. Das Programm wird im November veröffentlicht.

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