Julie und Jean an der Neuen Oper Wien. Foto: Armin Badel/Neue Oper Wien
Julie und Jean an der Neuen Oper Wien. Foto: Armin Badel/Neue Oper Wien

Neue Opern in der Neuen Oper

Gleich drei österreichische Erstaufführungen präsentiert der Intendant der Neuen Oper Wien, Walter Kobéra, in der kommenden Saison.

Während sich Peter Eötvös in Angels in America Homosexualität und des Umgangs der Gesellschaft mit dem Einzelnen widmet, behandelt Der Reigen, von Bernhard Lang musikalisch interpretiert, zwischenmenschliche Erwartungen und deren gegenseitige Beeinflussung. Schließlich werden in Proserpina von Wolfgang Rihm, der Goethes Monolog vertonte, emotionale Abhängigkeit, Machtmissbrauch und Hilfslosigkeit thematisiert.

Die Gemeinsamkeiten der Werke sind nicht nur inhaltlich zahlreich, sondern auch historisch. Individuelle Bedürfnisse gleichen sich ebenso wie konstruierte gesellschaftliche Regeln und Normen. Wiederholt sind es die Minderheiten, die daran leiden und deren Situation sich letztendlich derart zuspitzt, dass ein Aufbrechen des scheinbaren common sense in Gang gesetzt wird. Bernhard Lang sieht den Reigen als Teil seines Projektes Theater der Wiederholungen und stellt somit direkt klar, was diese drei Werke unterschiedlich vor Augen führen: den Kreislauf der Menschheit, Fehler zu begehen, die zur Eskalation führen, sowie die Neuorientierung, die letztlich wieder zu – den gleichen – Fehlern führt.

www.neueoperwien.at/

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