Volltönend

Der junge französische Geiger Matthieu Arama, ein Schüler von Igor Oistrach, geht mit einem Programm von romantischen Miniaturen und Bravourstücken in die virtuose Offensive. Sein Instrument beherrscht er, in Wieniawskis Variationen op. 15, Paganinis »Moses-Fantasie« (auf der G-Saite) oder Sarasates »Zigeunerweisen« werden Höchstschwierigkeiten abgefragt, die ihm leicht von der Hand gehen. Verträumtere Stückchen, wie etwa Elgars berühmtes »Salut d ´amour«, lässt er romantisch schwelgen. Überhaupt kultiviert Matthieu einen großen, üppigen Ton, den er kraftvoll und mit großer Geste einer Stradivari entzieht. Ein Debüt, das auch gestalterisch gelungen ist, dem jetzt eine Konzert- oder Kammermusikaufnahme folgen müsste.

N.H.