In der „Paganini-Rhapsodie“ zeigt Daniil Trifonov seine ganze Palette an Klangfarben und Virtuosität. Variation Nr. 6 beeindruckt durch organische und stilsichere Tempomodifikationen, absolute Highlights sind jedoch Nr. 11, in der Trifonov mit prickelnder Virtuosität begeistert, sowie Nr. 12, die er als nostalgischen Abgesang voller Melancholie auffasst. Dabei ist das Philadelphia Orchestra, das unter Yannick Nézet-Séguin voller Frische und elektrisierter Intensität aufspielt, ein ebenbürtiger Partner.

Auch in Rachmaninows Solowerken glänzt Trifonov mit herrlich kantablem Spiel und plastischer Modellierung der Charaktere; nur seine Eigenkomposition „Rachmaniana“ ist in der Tonsprache allzu sehr der Tradition verhaftet, um den Anforderungen an zeitgenössisches Komponieren zu entsprechen.

Mario-Felix Vogt