Mit der Kombination von Ludwig van Beethoven und Lera Auerbach ist dem jungen Pianisten Georg Michael Grau ein konzeptionell stimmiges Programm gelungen, zumal „Ludwigs Alptraum“ der russischen Komponistin auch inhaltlich auf Beethoven Bezug nimmt.  Der 1989 geborene Pianist zeigt mit dieser Auswahl, dass er über ein enormes Ausdrucksspektrum verfügt. Die ungestüme Frische im ersten Satz von Beethovens früher Sonate weiß er ebenso zu gestalten wie die transzendentalen Dimensionen des Opus 110, und die an Schostakowitsch gemahnende Pseudo-Nai­vität in Auerbachs „Bilder der Kindheit“  ist stets in Graus raffiniert-doppelbödigem Spiel präsent. Ein beachtliches CD-Debüt!

Frank Siebert